Spielbericht: Göppingen ärgert den Favoriten

von Holger Riegel

So richtig Stimmung wollte nach dem Heimsieg der „TusSies“ in der Öschhalle nicht aufkommen. Natürlich hatte der Favorit seine Rolle erfüllt, aber gerade im emotional immer hochgehängten Duell mit dem Lokalrivalen hätte die TuS nur allzu gerne mehr für die, im Vergleich zum punktgleichen Tabellenführer Thüringer HC, deutlich schlechtere Tordifferenz getan.

Zunächst hatte es vor den fast 900 Zuschauern danach ausgesehen, denn Metzingen legte mit der Euphorie des Einzugs ins Finale um den EHF-Pokal ein mächtiges Tempo vor. Bereits nach sieben Zeigerumdrehungen lag der Favorit mit 5:1 in Front, doch die Frisch-Auf-Frauen hatten nun auch in die Begegnung gefunden. Selbst in Unterzahl gelangen den Grün-Weißen Tore und der Vorsprung der pinken Truppe begann zu schmelzen. Beim 6:5 (12.) war der Rückstand aufgeholt, in der 22. Minute beim 10:10 gar egalisiert. Beim 12:12 hatte TuS-Trainer Csaba Konkoly genug gesehen und legte die grüne Auszeitkarte auf den Tisch. Eine Maßnahme, die bis zur Halbzeitpause Früchte trug, denn die „TusSies“ konnten sich auf 18:14 absetzen.

Doch Göppingen kam stark aus der Kabine. Binnen vier Minuten war man beim 18:17 wieder dran und hatte zum zweiten Mal einen höheren Rückstand aufgeholt. Dann wurde jedoch die Einwechslung von Wendy Obein zum Glückgriff für Metzingen. Die Torfrau kaufte Frisch Auf einige Bälle ab und legte den Grundstein dafür, dass sich die Gastgeberinnen erneut absetzen konnten. In der 46. Minute lagen die Grün-Weißen mit 24:19 zurück und Aleksandar Knezevic gönnte einem Team mittels einer Auszeit eine kurze Verschnaufpause. Eine Maßnahme, die zumindest dafür sorgte, dass sich das Spiel nun bei dieser Differenz einpendelte. Für mehr reichten den Grün-Weißen mit dem merklich kleineren Kader die Kräfte nicht mehr. Doch die Göppingerinnen kämpften bis zum Schluss und hielten die Niederlage in einer respektablen Höhe.

Vor allem in der Defensive und im Tor konnte Frisch Auf gegen die stärkste und schnellste Offensive der Liga überzeugen, aber auch der Angriff war bis auf die Phase in der Mitte der zweiten Halbzeit von allen Positionen gefährlich. Zudem bewiesen die Grün-Weißen eine starke Moral und ließen sich auch von den zwischenzeitlichen Rückständen nicht aus der Spur bringen. Und so waren sowohl die Mannschaft, wie auch die zahlreichen mitgereisten Fans mit dem Ausflug nach „Outlet-City“ trotz der Niederlage zufrieden. Nun gilt es für Trainer Knezevic eine schnelle Regenerationsphase einzuläuten, denn bereits am Sonntag empfangen die Frisch-Auf-Frauen mit dem Thüringer HC um 16:00 Uhr den nächsten Titelaspiranten in der EWS Arena.

 

TuS Metzingen: Obein, Stockhorst; Zapf (3), Kubasta, Stefani, Loerper (6/2), Putzke, Loseth (6), Dinkel (2), Weigel (2), Szücs, Michielsen, Beddies (2), Temes (6/3), Behnke (7)

Frisch Auf: Jochims, Lengyel; Brugger (2), Struijs (9/6), Zrnec, Weißer, Kinlend (4), Hrbkova (6), Guberinic (2), Leppert, Krhlikar (3), Petrinja (2)

Siebenmeter: 7/5 : 7/6

Zeitstrafen: 4 Min. : 12 Min.

Schiedsrichter:  Andreas Briese / Kim von der Beeck

Zuschauer: 885

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