Spielbericht: Niederlage im Derby

von Holger Riegel

Frisch Auf Frauen verlieren in Bietigheim

Die Bundesligahandballerinnen von Frisch Auf bleiben im 2016 weiter ohne Punkte. Nach der 30:37-Niederlage in Bietigheim stehen die Göppingerinnen zudem auf einem Abstiegsplatz.

Als krasser Außenseiter waren die Grün-Weißen zum Lokalrivalen in die Arena nach Ludwigsburg gereist, doch der klare Unterschied in der Tabelle spiegelte sich zunächst nicht auf dem Spielfeld wieder. Zwar konnte der Tabellenvierte den ersten Treffer setzen, aber Göppingen antworte keck und unbeschwert und legte zum 1:2 (3.) vor. Beim 5:3 in der 7. Minute hatte dann das Star-Ensemble der SG wieder die Nase vorne, doch Frisch Auf hielt erfolgreich dagegen. Mit vier Treffern in Folge setzte die Knezevic-Truppe nun die Akzente im fremden Revier und baute den Vorsprung auch weiter aus. Beim 7:10 (15.) lag man gar mit drei Toren in Front und hielt diesen Vorsprung bis zum 11:14 in der 24. Minute. Der Favorit nutzte dann aber eine kurze Schwächephase und konnte bis zum Pausentee auf 16:16 ausgleichen.

Nun legte Bietigheim vor, doch Frisch Auf schaffte noch zwei Mal das Remis. Dann aber machte sich der Kräfteverschleiß ebenso bemerkbar, wie die lange Bank der SG. Göppingen musste durchschnaufen, doch die Gastgeberinnen hielten das Tempo weiter hoch und setzten sich binnen weniger Minuten auf 22:18 vorentscheidend ab. Die Grün-Weißen zeigten aber erneut Moral, konnten aber keine Verkürzung des Rückstands erreichen. Erst in den Schlussminuten baute der Titelfavorit seinen Vorsprung weiter aus und verpasste den Frisch Auf Frauen noch eine 30:37-Schlappe.

Für die Göppingerinnen eine Niederlage mit Folgen. Denn nach den etwas unerwarteten Erfolgen der Kellerkinder aus Rosengarten gegen Blomberg und Celle in Bad Wildungen finden sich die Grün-Weißen nun auf dem 13. Platz und damit einem Abstiegsrang wieder. Das schlechtere Torverhältnis spricht nach dem sehr deutlichen Sieg von Celle in Bad Wildungen knapp gegen die Mädels von Aleksandar Knezevic. Allerdings ist dies noch lange kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, denn die Frauen haben es in den kommenden Wochen selbst in der Hand zu punkten. Bad Wildungen, Rosengarten, Blomberg und Celle lauten die nächsten entscheidenden Aufgaben und damit trifft man exakt auf die Protagonisten des absolvierten Spieltags.

Hoffnung macht dabei der Auftritt beim Liga-Krösus aus Bietigheim. Dreißig Auswärtstore sind eine Hausnummer und vor allem Michaela Hrbkovà, die mit sieben Toren am häufigsten einnetze und der engagierte Auftritt von Spielführerin Anika Leppert zeigen, wohin der Weg in den nächsten Begegnungen muss. Kampf und Wille sind gefragt und noch haben die Frisch Auf Frauen alles selbst in der Hand. Nur sollten sie am kommenden Sonntag diese zweifellos vorhandenen Tugenden auch in Punkte ummünzen.

Bietigheim: Giegerich, Wester, Visser (11/9), Yttereng, Lauenroth, Mack, Wörz (6), Smeets (2), Baudoin (4), Baun Eriksen, Larsen Poulsen, Hundahl (1), Müller (6), Malestein (4), Anastacio (3)

Göppingen: Jochims, Lengyel, Brugger (2), Struijs (2/1), Zrnec (3), Schraml, Kinlend (3), Hrbkovà (7), Vollmer, Leppert (6), Krhlikar (1), Petrinja (5/4), Pielesz (1)

Schiedsrichter: Julian Köppl, Denis Regner

Siebenmeter: 9/11:5/9

Strafzeiten: 2 Min.:6 Min.

Zuschauer: 1.968

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