Spielbericht: Pleite für grippegeschwächte Göppingerinnen

von Felix Buss

Foto: Eibner
Foto: Eibner

"Vor dem Spiel hätte ich eine Niederlage mit sechs Toren Unterschied hingenommen, jetzt fällt sie gefühlt zu hoch aus", sagte die verletzte Frisch-Auf-Spielerin Anja Brugger nach der 21:27-Derbyniederlage bei der TuS Metzingen. Kein Wunder, schließlich hatten die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen bei den favorisierten Gastgeberinnen zur Pause mit 13:11 geführt.

Dabei hatte Frisch-Auf-Coach Aleksandar Knezevic wegen der Grippewelle nur acht Spielerinnen, darunter die beiden A-Jugendlichen Julia Schraml und Lisanne Petschel, mit nach Metzingen genommen. "Die Grippe lasse ich als kleine Entschuldigung gelten", sagte Knezevic nach der Partie.

Ania Rösler, Maike Daniels, Jessica Jochims, Iris Guberinic und Michaela Hrbkova hatten sich abgemeldet. Beate Scheffknecht, Anja Brugger und Anika Leppert fehlen ohnehin. "Wille und Emotionen" hatte Knezevic vor der Partie von seinen Spielerinnen trotz der Ausfälle gefordert. Und genau das setzten die Göppingerinnen in Metzingen in erfrischender Weise um. Von Beginn an spielten sie engagiert und beherzt auf und lagen mit 4:3 vorne.

Die "TusSies" konnten zwar personell aus dem Vollen schöpfen, nur Barbara Leibssle-Balogh fehlte. Dennoch haderte der Tabellenvierte lange. Göppingens Torhüterin Melanie Herrmann hatte daran großen Anteil, sie ermöglichte Göppingen allein in der ersten Hälfte neun Ballgewinne und wehrte darüber hinaus einen Strafwurf ab.

Auch die Abwehr der Knezevic-Sieben agierte prächtig. Metzingen blieb nur auf Tuchfühlung, weil sich die ehemalige Göppinger Torhüterin Jasmina Jankovic im Verlauf der Partie steigern konnte.

Frisch Auf nahm eine 13:11-Führung mit in die Kabine. In Abschnitt zwei machte sich aber schnell der Substanzverlust bemerkbar. Knezevic konnte kaum wechseln. "Wir sind an die Grenzen gegangen. Die ersten 30, 40 Minuten waren gut. Dafür muss ich meine Mädels loben", urteilte er. Doch danach wirkte es, als hätte man ihnen den Stecker gezogen. Nach dem 16:16-Ausgleich zog Metzingen auf 20:16 weg. "Wir haben deutlich besser verteidigt und hatten mehr Bewegung ohne Ball im Angriff", bemerkte "TusSies"-Trainer Alexander Job. Am Ende hieß es 27:21 für die TuS.

Die Grün-Weißen können aus ihrem Auftritt dennoch etwas Optimismus schöpfen. "Wir haben die Hoffnung, dass wir schnell dieses Level erreichen, das wir brauchen. Wir brauchen diesen Kampfgeist, dann glaube ich, dass wir den Klassenerhalt schaffen", so Knezevic.

 

SO SPIELTEN SIE

TuS Metzingen: Jankovic, Lengyel; Engel, Jovic (2), Kubasta, Stefani, Loerper (6/3), Putzke, Minevskaja (6/3), Zapf (3), Großmann (2), Beddies, Temes, Behnke (8).

Frisch Auf Göppingen: Herrmann, Petschel; Windisch (1), van de Wiel (3), Dinkel (3), Ineichen (4), M. Rösler (2), Krhlikar (3), Petrinja (5/2).

Schiedsrichter: Dinges/Kirsch (Eggenstein).

Zeitstrafen: 2:8 Minuten.

Zuschauer: 860.

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