Spielbericht: Punkte für das Selbstbewusstsein

von Redaktion

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Karl-Heinz Preusker - swp.de

Genau 104 Tage nach dem letzten Bundesliga-Sieg, dem 26:25 gegen den württembergischen Konkurrenten Bietigheim Ende November 2014, konnten die Frauen von Frisch Auf Göppingen samt Umfeld und Anhängern am Samstagabend wieder einen Erfolg feiern, als die Füchse Berlin mit 28:24 in die Schranken verwiesen wurden. Das Team bewies mannschaftliche Geschlossenheit, Stammspielerinnen und Neuzugänge haben sich zu einer Einheit zusammengefunden, die den Erfolg anstrebte und schließlich auch belohnt wurde.

Zwischendurch gab es Durststrecken, doch aufzustecken war kein Thema, auch wenn angesichts des kleinen Kaders alle voll gefordert waren. Von den Feldspielerinnen am längsten im Einsatz war Nicole Dinkel, die 58 Minuten lang spielte und bewies, dass sie sich bis zum letzten Tag für Frisch Auf einsetzen will. Die Spielerinnen, die im Saisonverlauf zu Frisch Auf gestoßen sind, konnten ihr Können im Verlauf der Begegnung immer besser zur Geltung bringen und trugen wesentlich zum Erfolg bei. Entscheidend war jedoch die Glanzvorstellung von Torhüterin Melanie Herrmann, die 14 Paraden zeigte, darunter zwei abgewehrte Siebenmeter. Sehr gut unterstützt wurde sie von der Abwehr, die nach anfänglichen Abstimmungsproblemen beherzt zugriff und dabei an die Grenzen dessen ging, was die konsequent leitenden Schiedsrichterinnen erlaubten.

Mit dem Samstagabend-Spieltermin können sich die Anhänger der Frisch-Auf-Frauen nicht anfreunden. Nur 650 kamen in die EWS-Arena, obwohl zahlreiche Freikarten verteilt worden waren. Sie mussten miterleben, wie die Berlinerinnen mit 3:1 in Führung gingen.

Frisch Auf drehte nach diversen Fehlversuchen, nicht zuletzt dank drei Toren von Nicole Dinkel, den Spieß um und führte 4:3. Nach dem 4:5 war wieder Frisch Auf tonangebend und kam zum 7:5. Christine Beier, die herausragende Werferin des Spiels, verkürzte auf 7:6, dann zog Frisch Auf auf 10:6 davon. Warum Trainer Aleksandar Knezevic diesen Lauf seiner Mannschaft mit einer Auszeit unterbrach, blieb ein Rätsel. Danach kamen die Gäste auf 10:9 heran, wurden wieder spielbestimmend und holten kurz vor der Pause eine 14:13-Führung heraus.

Die richtigen Worte fand Knezevic offensichtlich in der Kabine, denn die Göppingerinnen legten nach Wiederanpfiff ein 4:0 hin, das Gästetrainer Lars Meizer schon nach drei Minuten zur Auszeit zwang. Diese konnte Frisch Auf nur kurzfristig aufhalten, der Sturmlauf ging weiter bis zum 20:15.

Dass die Gäste auf 20:18 herankamen, konnte die selbstbewussten Göppingerinnen nicht erschüttern. Genau so war es, als Berlin später von 24:20 auf 24:22 verkürzte. Diesmal kam die Auszeit von Knezevic genau richtig, danach bauten seine Schützlinge den Vorsprung zum vorentscheidenden 27:22 aus.

SO SPIELTEN SIE

FA Göppingen: Herrmann; Schraml, Hrbkova (1), Guberinic (3), van de Wiel (2), A. Rösler, Dinkel (8/3), Ineichen (6), M. Rösler (1), Krhlikar (1), Petrinja (6/1).

Füchse Berlin: Plöger, Hedermann; Augsburg, Eber (3), Tegstedt (4), Gustin (2/1), Linke, Sviridenko (2), Beier (10), Nega, Goldhagen, Steinbach (3/2).

Schiedsrichter: Miriam Jarke/Sandra Senk (Wiesloch/Ludwigshafen).

Zeitstrafen: 6:6 Min. - Zuschauer: 650.

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