Spielbericht: Thüringer HC - FRISCH AUF Frauen

von Holger Riegel

Jessica Jochims mit bärenstarker Leistung - zu harmlos im Angriff

Es war die erwartet schwere Aufgabe zum Jahresausklang. Beim Serienmeister Thüringer HC mussten sich die Frisch Auf Frauen mit 18:26 (9:14) geschlagen geben.

Es war ein Auftritt mit Licht und Schatten, den die Göppinger Bundesligahandballerinnen beim Spitzenreiter ablieferten. Wobei vor allem die Anfangsphase eine gute Vorstellung der Grün-Weißen brachte. Klaudia Pielesz kam nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft in Dänemark mit viel Selbstvertrauen in die Liga zurück. Die Polin war maßgeblich daran beteiligt, dass sich die Begegnung bis zur 20. Minute offen gestaltete. Obwohl man zwischenzeitlich schon mit 5:9 im Hintertreffen lag, gelang vor allem wegen Pielesz der Anschluss zum 9:11. Doch THC-Coach Müller wechselte nun auf der Torhüterposition und diese Aktion zeigte Wirkung. Nicht weil die eingewechselte Jana Krause überragend hielt, vielmehr war es der Respekt vor der hochgeschlossenen Torfrau, die Göppingen in eine Torflaute stürzte. Bis zur Halbzeit beim 9:14 gelang Frisch Auf kein Treffer mehr.

Und auch nach der Pause schien das THC-Gehäuse lange Zeit wie vernagelt. Hinzu kamen einige technische Fehler und die Erfurterinnen nutzten diese Schwächen mit schnellen Kontern im Stil einer Spitzenmannschaft gnadenlos aus. So wuchs der Göppinger Rückstand bis zur 38. Zeigerumdrehung auf 9:19, ehe Anika Leppert die fast zwanzig minütige Abstinenz in Sachen grün-weißen Angriff beendete. Und plötzlich lief es wieder deutlich besser bei den Frisch Auf Frauen. Immer wieder konnte man sich durchsetzen und beim 15:21 (48.) war der Rückstand merklich geschmolzen. Sehr zur Unzufriedenheit von Herbert Müller. Der THC-Trainer schickte nun grundsätzlich eine siebte Spielerin in den Angriff, doch die Maßnahme sorgte eher für Verwirrung in den eigenen Reihen, als zu unmittelbarer Gefahr für Göppingen. In den letzten Minuten verteilte Aleksandar Knezevic dann die Spielzeiten, auch um Körner für das wichtige Spiel gegen Berlin am kommenden Sonntag zu sparen. Dank einiger Gegenstöße gelang es dem Thüringer HC das Endergebnis doch noch standesgemäß auf 18:26 zu schrauben.

Die Spielerin des Spiels hatten aber trotz der Niederlage eindeutig die Grün-Weißen in ihren Reihen. Das etwas einseitig anmutende Strafwurf-Verhältnis von 9:2 für Erfurt konnte Göppingen fast egal sein, denn man hatte Jessica Jochims im Kasten. Die Torhüterin erhielt von Aleksandar Knezevic über die gesamte Spielzeit das Vertrauen und rechtfertigte dies mit vielen Paraden, aber vor allem mit sensationellen sechs gehaltenen Strafwürfen. Vor der jungen Torfrau zeigte auch die Defensive eine gute Leistung, wenn der THC im Formationsangriff anrollte. Zu wenig war allerdings das Rückzugsverhalten und eben die Effektivität in der Offensive.

An diesen Rädchen müssen die Frisch Auf Frauen nun bis zum Sonntag noch drehen, denn mit den Füchsen aus Berlin gastiert zum Auftakt in das neue Jahr ein Gegner auf Augenhöhe unter dem Hohenstaufen.



SO SPIELTEN SIE

Thüringer HC: Eckerle, Krause; Reshetnikova (1), Scheffknecht, Frey (2), Buceschi (4), Pintea,  Schmelzer, Snelder (2), Luzumova (2), Engel (5), Blase, Huber (8/3), Wohlbold (1), Deroin (1)

Frisch Auf: Lengyel, Jochims; Brugger (2), Struijs (4/2), Zrnec, Schraml, Kinlend (3), Guberinic, Leppert (2), Krhlikar (1), Pielesz (6)

Siebenmeter: 9/3 : 2/2

Zeitstrafen: 2 Min. : 4 Min.

Schiedsrichter: Martin Thöne / Marijo Zupanovic

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