Thüringer Serientäterinnen zu Gast

von Holger Riegel

Vor etwas mehr als einem Jahr gastierte der Thüringer HC zum letzten Mal in Göppingen und der Gedanke an die damalige Begegnung zaubert noch heute ein breites Lächeln auf das Gesicht von Aleksandar Knezevic. Es war am 17. April 2016 und die Rollen bei dem Duell der Grün-Weißen gegen die Erfurterinnen waren mehr als deutlich verteilt. Die Gäste reisten als Tabellenführer unter den Hohenstaufen und steckten mitten in einem ganz engen Titelrennen. Den Göppingerinnen stand das Wasser dagegen bis zum Hals, der Abstieg drohte. Doch in sechzig Minuten zeigte sich, dass durch Moral gepaart mit Wille im Sport nahezu alles möglich ist. Der kleine grün-weiße David ärgerte den großen Goliath nicht nur, nein, er bezwang den Topfavoriten am Ende denkbar knapp, aber verdient mit 27:26. „Wenn ich all meine Jahre Revue passieren lassen, dann war dieser Sonntagnachmittag sicherlich eines der absoluten Highlights in meiner Zeit als Trainer bei den FRISCH AUF Frauen“, blickt Aleksandar Knezevic zurück, wohlwissend, dass dieses Erfolgserlebnis für die Begegnung am Samstag keine Bedeutung hat.

Zunächst sind die Voraussetzungen zum Vorjahr andere. Die Göppingerinnen haben den Klassenerhalt seit dem letzten Spieltag auch rechnerisch in der Tasche. Die Gäste aus Thüringen besitzen zwar auch noch eine Chance auf die Titelverteidigung, aber in Anbetracht der Dominanz des Tabellenführers aus Bietigheim sind diese Hoffnungen nur von sehr theoretischer Natur. Für den Erfolgscoach Herbert Müller wird diese Saison eine neue Erfahrung mit sich bringen, denn zum ersten Mal wird der Trainer, der seit 2010 in Erfurt in der Verantwortung steht, mit dem THC nicht Meister. Die beeindruckende Serie von sechs Titeln in Serie wird Ende Mai reißen. Dabei liegt dies keineswegs an einer Schwäche der Thüringerinnen, denn der Tabellenzweite reist mit einem Punktekonto von 37:5 Zählern unter den Hohenstaufen. „Der THC ist weiterhin eine absolute Topmannschaft, die nationale Spitzenklasse darstellt“, beschreibt Aleksandar Knezevic den Gegner.

Doch zumindest dieses Jahr ist Bietigheim einfach stärker, eigentlich unbezwingbar. In den nationalen Wettbewerben ist der Spitzenreiter in dieser Saison ungeschlagen und so reicht dem Erfolgstrainer Müller auch eine sehr gute Spielzeit nicht zur Titelverteidigung. Ein Umstand, der dem mit hohem Unterhaltungswert und einer unbändigen Liebe zum Frauenhandball ausgestatteten Coach sicher nicht schmeckt. Und so blickt Müller bereist nach vorne und angelte sich für die kommende Runde mit Anne Hubinger und Saskia Lang aus Leipzig gleich zwei deutsche Nationalspielerinnen. Klare Zeichen für eine Kampfansage an aktuellen Ligakrösus.

Für die FRISCH AUF Frauen geht es nach der kämpferisch starken Vorstellung in Nellingen darum auch gegen den Favoriten alles in die Waagschale zu werfen. „Wir wollen uns in den letzten beiden Heimspielen mit starken Auftritten in die Sommerpause verabschieden“; gibt Aleksandar Knezevic die Losung für die finale Phase der Spielzeit aus. Dem Göppinger Trainer steht am Samstag der komplette Kader zur Verfügung. Und vielleicht erinnert sich so manche Spielerin an jenen Tag vor einem Jahr, an den Sieg und die Freude danach. Wenn es dann gelingt diese Emotionen auf das Spielfeld zu projizieren, dann könnte es auch dieses Mal einen Grund zum Jubeln geben.

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