Torflaute gegen Tabellenführer sorgt für Ende der Serie

von Redaktion

Harald Betz - NWZ - 19.02.2018

Der klare Favorit zog den Serienheldinnen den Zahn. Ersatz- und grippegeschwächt waren die Handballerinnen von Frisch Auf Göppingen kein ebenbürtiger Kontrahent für den Bundesliga- Tabellenführer, der Thüringer HC entführte mit einem 26:18 (14:10)-Erfolg die beiden Punkte aus der EWS-Arena, in der 1175 Zuschauer die Partie verfolgten.

Die Gastgeberinnen mussten dabei auf Torhüterin Kristy Zimmerman verzichten, die am Saisonende zum sechsfachen Deutschen Meister wechseln wird und das Duell mit ihrem künftigen Klub auf der Tribüne verfolgte. An Krücken gehend war die Niederländerin in die Halle gekommen, nachdem sie sich im Training eine Bänderverletzung im linken Knie zugezogen hatte. Laut Trainer Aleksandar Knezevic ist keine Operation erforderlich, Zimmerman sprach optimistisch von nur zwei Wochen Pause.

Auf dem Spielfeld fehlten der Torfrau über die 60 Minuten hinweg die „leichten Tore“ ihrer Teamkolleginnen, „zudem haben wir zu viele Chancen vergeben“, hielt Zimmerman kritisch fest. Die Frisch-Auf-Frauen, von Beginn an mit einem Doppelwechsel in Abwehr und Angriff operierend, stellten dem Gast mit einer 3:2:1-Defensive zunächst ein Bein, beide Seiten fanden nur schwer in die Partie. Die Göppingerinnen zeigten sich dabei auf Augenhöhe und übernahmen beim 3:2 und 4:3 (9. Minute) die Führung. Beim 6:6 in der 12. Minute sorgte Iris Guberinic letztmals für den Ausgleich, dann setzten sich die Thüringerinnen trotz aller grün-weißen Gegenwehr langsam ab. Als es beim 8:13 (22.) früh deutlich zu werden schien, bat Coach Knezevic zur Auszeit, doch die mangelnde Effektivität in der Chancenverwertung machte eine mögliche Annäherung zunichte. Mit dem konstanten taktischen Mittel der siebten Feldspielerin behauptete der Thüringer HC seine Führung bis zum 14:10 beim Seitenwechsel.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs offenbarte sich den Frisch-Auf-Frauen die große Möglichkeit, noch einmal heran zu kommen. Fünf Minuten lang, der Gast suchte noch seinen Plan, wurden fahrlässig beste Chancen vergeben, nach fünf torlosen Minuten erhöhte der Thüringer HC und sollte nun nichts mehr anbrennen lassen. Mit schwindenden Kräften aufgrund von Erkältungen verloren sich die Knezevic- Schützlinge in Einzelaktionen, der Spielfluss hielt sich Grenzen. Auf der anderen Seite konnten unterschiedliche Abwehrsysteme den Bundesliga-Tabellenführer nicht wesentlich aufhalten, über 17:12 (41.) und 21:14 (48.) steuerte der Meistertitel-Kandidat einem ungefährdeten Sieg entgegen. Am Ende bedeutete das 18:26 nach acht ungeschlagenen Spielen und 13:3 Punkten die erste Niederlage seit dem Pokal-Aus in Bad Wildungen Anfang November des vergangenen Jahres.

Aleksandar Knezevic akzeptierte die deutliche Niederlage ohne Wenn und Aber. „Der Hauptgrund lag darin, dass unser Angriffsspiel nicht funktioniert hat, auch die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig und am Ende war auch die Kraft nicht da“, so der enttäuschte Trainer.

FA Göppingen: Lengyel (1), Betz (n.e.); Brugger, Struijs (2/1), Weigelt, Schindler (2), Kinlend (4), Hrbkova (2), Guberinic (4/1), Sviridenko (1), Schuhknecht, Adamkova (2), Krhlikar (n.e.), Bergschneider (n.e.).

Thüringer HC: Eckerle, Krause (n.e.); Scheffknecht (3), Lang (1), Schmelzer (4), Aguilar (1), Luzumova (9/2), Mitrovic (2), Jakubisova (6), Wohlbold, Huber, Batista da Silva.

SR: Hartmann/Schneider (Magdeburg).

Zeitstrafen: 2:12 Minuten.

Rot: Lang (40./dritte Zeitstrafe).

Zuschauer: 1175.

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