Trainer Knezevic sieht Gesprächsbedarf

von Redaktion

Markus Munz - SWP 20.10.2014

Nach einer schwachen zweiten Hälfte mussten die Bundesliga-Handballerinnen von Frisch Auf Göppingen ihre Hoffnung auf den angestrebten Heimsieg gegen einen direkten Konkurrenten um den Klassenverbleib begraben. Stattdessen entführte der bisher punktgleiche SVG Celle die Zähler aus der mit 450 Zuschauern nur mäßig gefüllten EWS-Arena. Der frustrierte Frisch-Auf-Trainer Aleksandar Knezevic sieht nach der Pleite dringend Gesprächsbedarf: "Wir sind sehr unzufrieden und müssen uns für die heutige Leistung bei den Fans entschuldigen. Uns hat der letzte Biss gefehlt, es war nicht zu erkennen, dass wir das Spiel unbedingt gewinnen wollten."

Die größere Leidenschaft legte Celle an den Tag. "Wir haben uns nach jedem Ball geworfen", freute sich Trainer Christian Hungerecker über einen "echten Coup und zwei Bonuspunkte, die uns gut tun".

Obwohl die Frisch-Auf-Frauen nach einer 14:12-Pausenführung zu Beginn der zweiten Hälfte sogar in Unterzahl durch Marlene Windisch und Anouk van de Wiel auf 16:12 erhöhten, brachte dies keine Sicherheit in das Göppinger Spiel. Binnen zehn Minuten hatte der SVG Celle, angeführt von seiner überragenden Spielmacherin und siebenfachen Torschützin Renee Verschuren, das Ergebnis wieder in ein 17:18 gedreht. Daraufhin schickte Knezevic, der unter der Woche mehrere angeschlagene Spielerinnen in seinem ohnehin kleinen Kader zu verzeichnen hatte, erstmals Ania Rösler und Nicole Dinkel auf das Parkett. Beide fügten sich gleich mit jeweils einem Siebenmeter-Tor gut ein.

Doch das 20:19 in der 47. Minute, wiederum erzielt durch Ania Rösler, sollte die letzte Führung für die Gastgeberinnen sein, denen ihre Linie in einem vom Kampf geprägten Spiel nun vollends abhanden kam. Ein 4:0-Lauf für Celle besiegelte die Niederlage, die folgende Auszeit von Knezevic beim 20:23 (52.) konnte nichts mehr bewegen. Die Frisch-Auf-Frauen versuchten zwar alles, um nochmals heranzukommen, doch Gästetorhüterin Turid Arndt parierte gerade in der Schlussphase die wichtigen Bälle. Anderthalb Minuten vor der Schlusssirene hatte Anouk van de Wiel beim Stand von 22:24 nochmals Pech bei einem Lattentreffer, der vor der Torlinie aufsprang und ins Feld zurückprallte.

"Wir haben in den entscheidenden Phasen Ruhe bewahrt und unser Spiel durchgezogen", erklärte Maria Kiedrowski bei ihrer Rückkehr an die alte Wirkungsstätte, wo sie von den Fans freundlich begrüßt wurde. Die Flügelspielerin hatte nur begrenzte Einsatzzeit, in der ihr zwei Tore für ihren neuen Verein gelangen. "Für mich persönlich ist es heute nicht so gelaufen, aber das ist egal", freute sich Kiedrowski über den Sieg und "wieder hier zu sein".

SO SPIELTEN SIE

FA Göppingen: Herrmann, Jochims (n.e.); Scheffknecht (5), Windisch (3), Schraml (n.e.), Daniels (4/3), van de Wiel (5), A. Rösler (2/1), Dinkel (3/2), M. Rösler, Leppert (2).

SVG Celle: Arndt, Kemmer; Verschuren (7/3), E. Schulz, Smit, Robben, Ahrends (3), Wagenlader, Szücs (4/1), Kiedrowski (2), Cardoso de Castro (1), K. Schulz (4), Büttner, Dybul (4).

SR: Gerhard/Küsters (Ingelheim).

Zeitstrafen: 8:4. - Zuschauer: 450.

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