Viel Arbeit für zwei Punkte

von Holger Riegel

Letztlich zählten nur das Ergebnis und der vierte Auswärtssieg in dieser Saison für die Göppinger Bundesligahandballerinnen, denn die vermeintliche Favoritenrolle konnte man gegen das Kellerkind aus Hessen nicht ausspielen. Allerdings zeigte der Erfolg bei der HSG jedoch den weiteren Reifeprozess der Knezevic-Truppe, die auch in der engen und hektischen Schlussphase einen klaren Kopf behielt.

Zunächst hatten die heimischen „Flames“ mit 3:1 vorgelegt, aber FRISCH AUF zeigte sich davon nicht beeindruckt. Eine Serie mit vier Toren sorgte für die 3:5-Führung, die schnell auf 5:8 (13.) ausgebaut wurde. Allerdings verpassten es die Grün-Weißen sich noch mehr Luft zu verschaffen. Klare Torchancen wurden ausgelassen und die Gastgeberinnen wussten dies zu nutzen. Beim 8:8 war Bensheim/Auerbach wieder auf Augenhöhe und bis zum Pausentee hatte die Begegnung nun eine klare Taktung: Göppingen legte vor, Bensheim/Auerbach glich aus. Die logische Konsequenz war ein 14:14-Remis nach dreißig Minuten.

Obwohl den „Flames“ der erste Treffer im zweiten Durchgang gelang, kam Göppingen wieder schneller auf Betriebstemperatur und legte auf 15:17 (37) vor. Doch unkonzentrierte Abschlüsse und einige technische Fehler im Spielaufbau ließen die Begegnung weiter spannend bleiben. Zwar konnte Göppingen stets vorlegen, aber der Tabellenvorletzte ließ sich nicht abschütteln und hatte beim 24:23 (52.) sogar die Nase vorne. Aleksandar Knezevic bat kurz darauf zur Auszeit und stellte mit Lina Krhlikar eine zweite Kreisläuferin aufs Parkett. Eine Maßnahme, die zündete, denn die sich bietenden Freiräume wusste Prudence Kinlend geschickt zu nutzen. Dennoch blieben die Schlussminuten auf Messers Schneide, denn selbst Gegenstöße konnten die Grün-Weißen nicht im HSG-Gehäuse unterbringen. Umso größer war der Jubel, als Michaela Hrbkova 16 Sekunden vor dem Ende zum entscheidenden 25:27 einnetzte und danach selbst Aleksandar Knezevic im Siegerkreis den Erfolg mit seinen Mädels feierte.

Bei den grün-weißen zeigte Edith Lengyel erneut eine grundsolide Leistung. Prudence Kinlend beeindruckte wieder mit ihrer unglaublichen Dynamik und bestätigte ihre derzeitige Topform. Besser als im Derby funktionierte das Spiel über den Kreis, was fünf Tore von Petra Adamkova unterstrichen. Michaela Hrbkova übernahm in kritischen Phasen immer wieder Verantwortung. Die längsten Torwürfe hatte aber Johanna Schindler zu bieten. Zwei Mal versenkte die defensive Arbeitsbiene vom eigenen Kreis in den verwaisten HSG-Kasten. Mit dem Sieg beim Aufsteiger bleiben die Grün-Weißen weiterhin auf Tuchfühlung zu den Topteams und das Heimspiel gegen den Buxtehuder SV am kommenden Samstag kann ohne Zweifel als „Spitzenspiel“ bezeichnet werden.

HSG Bensheim/Auerbach: Kockler, Radke; Ernsgerber, Schmele (6/6), Thomas (5), Logdanidou (1), Platen, Friedberger, Freriks (2), van Gulik (2), Maidhof (5), Sobiech (4)

FRISCH AUF: Zimmermann, Lengyel; Brugger, Struijs (3/2), Weigelt, Schindler (2), Kinlend (7), Hrbkova (7/1), Guberinic (4/2), Sviridenko, Schuhknecht, Adamkova (5), Bergschneider

Zeitstrafen: 6 Min. : 10 Min.

Strafwürfe: 7/6 : 7/5

Schiedsrichter: Maike Merz / Tanja Schilha

Zuschauer: 920

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