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FRISCH AUF FRAUEN

Gala reicht nicht für Europa

Bericht von Frank Höhmann
vom 28.05.2018

Sie waren top drauf und nah dran. Sehr nah. Letztlich sollte die bärenstarke Leistung der Frisch-Auf-Frauen im letzten Saisonspiel bei der HSG Blomberg-Lippe nicht mit der Qualifikation für den europäischen Wettbewerb belohnt werden. Das 34:28 (17:14) lässt die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen in der Tabelle aber noch um zwei Ränge nach oben klettern.

In der voll besetzten Sporthalle an der Ulmenallee demonstrierte das Team von Trainer Aleksandar Knezevic noch einmal, warum es in dieser Runde mit Platz sechs und 33:19-Zählern so gut abgeschlossen hat wie noch nie. „Für mich sind die Mädels nicht Sechster, sondern Erster. Im Kampf um die Europapokalplätze gehen wir als moralischer Sieger vom Platz. Was die Mannschaft heute in den Bereichen Kampf, Energie, Emotion, Disziplin und Taktik abgeliefert hat, war großartig“, sparte der Göppinger Coach nicht mit Lob. Auch Maxime Struijs war aus dem Häuschen: „Das war ein echt toller Abschluss. Ich habe noch nie in Blomberg gewonnen. Und für die meisten anderen aus dem Team war es auch der erste Sieg hier“, sagte die mit 13 Treffern erfolgreichste Werferin, die den Verein in Richtung Bad Wildungen verlässt.

Von der ersten Sekunde an merkte man den Göppingerinnen an, dass sie nicht nur 100 Prozent, sondern 120 Prozent motiviert waren. „Wir hatten es uns anders vorgestellt, aber FRISCH AUF war einfach stärker und aggressiver als wir und wollte den Sieg unbedingt haben“, zeigte sich Blombergs nach 16 Jahren scheidender Trainer Andre Fuhr als fairer Verlierer.

Dabei waren die Vorzeichen nicht die besten für die Grün-Weißen: Goalgetterin Michaela Hrbkova lief mit dick bandagiertem Daumen an ihrer Wurfhand auf. Doch die tschechische Nationalspielerin spielte wie eh und je. Petra Adamkova stand nach einer im Training erlittenen Verletzung erst gar nicht zur Verfügung. Nach elf Minuten war die Partie dann für Lina Krhlikar beendet, die sich am linken Sprunggelenk verletzte und nicht mehr eingesetzt werden konnte.

Die Ausfälle stärkten ihre Kolleginnen aber nur noch mehr: „Das war im ersten Moment schon etwas komisch. Plötzlich stehen wir ganz ohne etatmäßige Kreisläuferin da. Aber wir haben uns im Training auf solche Situationen eingestellt. Alexandra und Johanna haben die beiden super ersetzt“, sagte Struijs. Was Schindler zudem in der Abwehr wieder abfing, war aller Ehren wert.

Doch nicht nur am Kreis, auch auf allen anderen Positionen kamen die FRISCH AUF Frauen zu Toren und waren für Blomberg nicht ausrechenbar. Stets fanden sie Mittel und Wege, die gegnerische Abwehr auseinanderzureißen. Da nutzten Blomberg auch eine ganz offensive Abwehr und kurze Deckungen gegen Schindler und Prudence Kinlend nichts.

Bis zum 4:4 verlief die Partie ausgeglichen, dann konnte sich FRISCH AUF erstmals auf zwei Treffer entfernen (6:4), wenig später betrug die Differenz vier Tore (10:6). Dieser Vorsprung hatte bis kurz vor der Pause Bestand, ehe Alicia Stolle den Rückstand noch um ein Tor verringern konnte (17:14)

n den zweiten 30 Minuten durfte Kristy Zimmerman für die gut haltende Edit Lengyel im Tor ran und sie hatte gleich die richtige Betriebstemperatur erreicht und entschärfte den ersten Blomberger Wurf, sodass FRISCH AUF durch Sviridenko auf 18:14 erhöhen konnte. Nach drei Strujis-Treffern in Folge zum 21:16 (36.) träumten die 20 mitgereisten Göppinger Fans mehr denn je von Europa.

Doch der Traum sollte sich nicht erfüllen. Aber nicht, weil der Auswärtssieg der FRISCH AUF Frauen in Ostwestfalen noch einmal in Gefahr geraten sollte, sondern weil der entthronte Meister aus Bietigheim gegen Dortmund 25:26 verlor, was bei den Fans für Unmut und Enttäuschung sorgte. 

Da DHB-Pokal-Gewinner Oldenburg auf einen Start im EHF-Pokal verzichten wird, dürfte Platz fünf für Europa ausreichen. Und diesen sicherten sich die punktgleichen TuSsies aus Metzingen aufgrund des besseren Torverhältnisses. So bleibt nur die Hoffnung auf eine Wildcard, wie sie in der Vorsaison Blomberg zugesprochen wurde. 

„Wir haben alles gegeben und brauchen uns nichts vorwerfen. Das war heute der Schlusspunkt einer überragenden Runde“, sagte Knezevic. „Die Mädels haben sich die Pause redlich verdient. Die Saison hat sehr viel Kraft gekostet.“ In den nächsten Wochen können die Göppingerinnen den Akku wieder aufladen. Am 9. Juli beginnt dann die Vorbereitung auf die neue Spielzeit.


So spielten sie: 

HSG Blomberg-Lippe: Monz, Veith; Schnack (2), Rüffieux (1), Klaunig (1), Müller (5), Van Buren (2), Van Zijl, Ziegenbein, Pichlmeier (2), Kordovska, Steenbakkers, L. Petersen, Michielsen (4), Stolle (6), Rodrigues (1), S. Petersen (4)

FRISCH AUF Frauen: Lengyel (1.-30.), Zimmerman (31.-60.); Brugger (2), Strujis (13/5), Weigelt, Schindler (3), Kinlend (4), Hrbkova (6/1), Guberinic (2), Sviridenko (3), Schuhknecht (n.e.), Krhlikar (1), Bergschneider (n.e.)

Schiedsrichter: Grobe/Kinzel (Braunschweig/Bochum)

Zeitstrafen: 8:6-Minuten

Zuschauer: 899.

Adresse

Frisch Auf Frauen Bundesliga GmbH
Leonhard-Weiss-Str. 40, 4. OG
73037 Göppingen


Kontakt

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Über Uns 

Die FRISCH AUF Frauen sind eine Handballmannschaft aus dem schwäbischen Göppingen, die seit 1999 in der Bundesliga spielt. Das Motto der Göppingerinnen lautet "Handball mit Gefühl!"

Da auch das Männerteam von FRISCH AUF! in der Bundesliga am Ball ist, wird Göppingen gerne als "Handball-Hauptstadt" bezeichnet.