Alles auf Neustart

26.12.2019
Autor:
Frank Höhmann

Alles auf Neustart bei den FRISCH AUF Frauen: Nach dem von zahlreichen Verletzungen geprägten ersten Saisondrittel gehen die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen mit neuem Mut in die zweite Saisonhälfte.

Diese beginnt, wie es zwischen Weihnachten und Silvester sowie nach einer WM oder EM üblich ist, mit einem Doppelspieltag. Am heutigen Freitag um 19.30 Uhr empfängt das Team von Trainer Aleksandar Knezevic zunächst den TSV Bayer 04 Leverkusen. Bereits zwei Tage später steht um 16 Uhr das Auswärtsspiel beim Aufsteiger FSV Mainz 05 in der Sporthalle am Elsässer Platz in Wiesbaden an.Mit einem Heimsieg gegen den Traditionsclub aus Leverkusen möchten sich die FRISCH AUF Frauen gerne ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk bereiten.

Dieses wäre Balsam auf die Wunden, denn die ersten Monate der Saison waren geprägt von einer in dieser Heftigkeit noch nicht gekannten Verletzungsseuche. Immer wieder brachen Trainer Aleksandar Knezevic wichtige Stützen weg. In Bestbesetzung konnten die Grün-Weißen so gut wie nie antreten. Doch die Misere ist überwunden. In Roxana Ioneac kehrt nun auch die letzte Langzeitverletzte in den Kader zurück und steht für ihr Comeback bereit. Der Neuzugang des TV Nellingen hatte sich im Spiel beim bisherigen Überraschungsteam HSG Blomberg-Lippe (21:24) einen Mittelhandbruch zugezogen. Wichtig wäre ein Heimsieg auch fürs noch recht dünne Punktekonto. Dementsprechend groß ist die Motivation auf Göppinger Seite. „Wir freuen uns alle, dass es nach der langen Pause endlich wieder losgeht und wollen Leverkusen einen heißen Tanz liefern. Es ist ein starker Gegner, der kompakt in der Abwehr steht und mit neuem Trainer kommt. Vielleicht wird etwas in der Spielweise verändert. Mal abwarten, was auf uns zukommt“, sagt Knezevic vor dem letzten Heimspiel des Jahres.

Auch wenn die Trauben gegen die Werkselfen hoch hängen: Nach der WM-Pause gilt es auch für eine zum erweiterten Spitzenkreis zählende Mannschaft, erst einmal ihren Rhythmus wieder zu finden. Vor einem Monat hat sich Leverkusen von Trainer Robert Nijdam getrennt. Der neue Coach ist in Göppingen kein unbeschriebenes Blatt: Von 2002 bis 2003 war Michael Biegler unter Christian Fitzek Co-Trainer der Göppinger Männermannschaft.

Zwar hat Biegler bereits Erfahrung bei den Frauen als DHB-Trainer gesammelt. Mit der Übernahme einer Mannschaft in der Bundesliga begibt er sich auf neues Terrain. Zunächst jedoch wird er aufgrund anderer beruflicher Verpflichtungen sich den Job mit Leverkusens Geschäftsführerin Renate Wolf und Abteilungsleiter Andreas Thiel teilen, ehe er in der neuen Saison die alleinige Verantwortung trägt.Neben der Weiterentwicklung der Jugendabteilung hat man im Rheinland wieder die Teilnahme am Europapokal als Ziel.

Als Fünfter ist das dem zwölfmaligen deutschen Meister in der vergangenen Runde gelungen. Allerdings währte der Aufenthalt im EHF-Pokal nicht lange. Bereits in Runde zwei ereilte den Club der früheren Göppingerin Prudence Kinlend gegen den ungarischen Vertreter aus Debrecen das Aus. Beste Werferin von Leverkusen ist der Neuzugang aus Dortmund, Svenja Huber, die bei Siebenmetern und Gegenstößen überzeugt.Allein schon wegen Kinlend, die vor ihrem Wechsel nach Leverkusen vier Jahre unterm Hohenstaufen spielte, werde das letzte Heimspiel ein spezielles, so Michaela Hrbkova.

Göppingens Torschützin vom Dienst stellt sich auf einen harten Kampf ein, „in dem wir alles geben müssen, mehr als 100 Prozent“, sagt die Linkshänderin. Die Vorrunde sei nicht so verlaufen wie man sich das vorgestellt habe, aber nun würden die Karten neu gemischt. Hrbkova baut gegen Leverkusen auch auf den Faktor Zuschauer. „Ich hoffe auf viele Fans. Das pusht uns noch mehr.“ Mit der Halle im Rücken ließen sich noch ein paar Prozentpunkte mehr rauskitzeln, „damit wir uns von unserem Publikum mit zwei Punkten verabschieden können“.

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