Der Ladung Dynamit keine Explosion erlauben

10.10.2020
Autor:
Frank Höhmann

Der Ladung Dynamit keine Explosion erlauben
FRISCH AUF Frauen treten am Sonntag bei den „Meenzer Dynamites“ an

Nach einer dreiwöchigen Spielpause aufgrund der Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft gegen den Weltmeister Niederlande und des auf 4. November verlegten Derbys bei der TuS Metzingen greifen die Göppinger FRISCH AUF Frauen an diesem Sonntag um 16 Uhr mit einem Auswärtsspiel beim 1. FSV Mainz 05 wieder ins Bundesliga-Geschehen ein. Die Partie findet in der Sporthalle des Oberstadt-Gymnasiums statt. Erstmals dürfen die „Meenzer Dynamites“ vor Zuschauern spielen. 100 sind von den örtlichen Behörden zur Begegnung gegen die FRISCH AUF Frauen zugelassen, die sich vorab registrieren müssen.

Die Marschrichtung der Göppingerinnen ist klar: Mit einem Sieg beim noch punkt-und sieglosen Schlusslicht der Tabelle will das Team von Trainer und Geschäftsführer Aleksandar Knezevic sein Punktekonto auf 4:4-Zählerausgleichen, um den Anschluss an das Mittelfeld zu wahren und sich schon etwas zu den beiden vorletzten Plätzen abzusetzen. Was sich in der Theorie simpel und machbar anhört, wird jedoch durch einige Umstände nicht so leicht in die Tatumzusetzen sein. Die spielfreien Wochen waren für Knezevic und sein Team alles andere als einfach. Man habe eigentlich gedacht, optimal vorbereitet und auskuriert in die Begegnung beim Schlusslicht gehen zu können. „Es war aber fast kein geregeltes Training möglich“, berichtet Knezevic. Meist seien gerade mal eine Handvoll Spielerinnen bei den Übungseinheiten anzutreffen gewesen. Die gesundheitlichen Probleme waren und sind immer noch vielschichtiger Art. Wer letztendlich in der Karnevalshochburg auflaufen können wird, entscheidet sich direkt am Spieltag. Sicher noch nicht zur Verfügung steht Tina Welter nachihrem Nasenbeinbruch. Mit der Außenspielerin rechnet der Coach der FRISCH AUF Frauen in etwa zwei Wochen wieder. So oder so steht jedoch eines fest: „Wir werden alle Kräfte mobilisieren, um die wichtigen zwei Punkte mit nach Göppingen zunehmen“, sagt Knezevic.

Eine im Göppinger Team, die sich auf das Duell am Sonntag besonders freut, ist Kreisläuferin Alexandra Tinti. Drei Jahre spielte sie für die „Meenzer Dynamites“, ehe sie sich im Sommer zu einer Rückkehr ins Schwabenland und zu einem Wechsel zu Frisch Auf entschied. Auch wenn der Kader des Göppinger Kontrahenten im Vergleich zur vorangegangenen Spielzeit kräftig durcheinandergewirbelt wurde und einen „ziemlichen Umbruch“ erlebt hat, dürfte die 28-Jährige einige Tipps für ihre neuen Teamkameradinnen in petto haben, wie den 05erinnen am besten beizukommen ist. „Außerdem kenne ich den neuen Trainer Florian Bauer aus meiner Zeit in Bensheim.“

Bislang konnte Mainz in der laufenden Saison noch keinen Zähler sammeln. Beim jüngsten Spiel in Blomberg setzte es eine 25:45-Klatsche, bei der man den Gegner mit vielen Passfehlern immer wieder zu Gegenstößen einlud. Beim letztjährigen Aufsteiger richtete man den Blick aber von Beginn an ohnehin ehe rauf den Monat Oktober, der viele Spiele gegen gleichwertige Kontrahenten bereithält, in denen man punkten möchte. Das erste davon am Sonntag gegen Frisch Auf. Demzufolge ist mit 60 Minuten harter Gegenwehr zu rechnen. Darauf hat sich Alexandra Tinti ohnehin eingestellt: „Mainz gibt nie auf. Dass das erste Mal wieder Zuschauer dabei sind, wird das Team bestimmt beflügeln. Wir müssen von Beginn an konzentriert zu Werke gehen, mit der nötigen Konsequenz im Angriff und Härte im Deckungsverbund.“ Beim Heimsieg gegen Halle stand die Göppinger Abwehr im Verlauf der Partie immer besser. „An diese Leistung müssen wir anknüpfen.“  

Frank Höhmann

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