Durststrecke soll ein Ende haben

02.01.2021
Autor:
Frank Höhmann

Durststrecke soll ein Ende haben

Die FRISCHAUF Frauen wollen heute Abend beim Auftaktheimspiel des Jahres 2021 gegen den VfL Oldenburg den Bock umstoßen

 

Neues Jahr, neues Glück? Das lange Warten auf zwei Punkte soll heute Abend ein Ende haben. Mit einem Heimsieg gegen den VfL Oldenburg (Beginn 19 Uhr, live bei sportdeutschland.tv) wollen die Göppinger Bundesligahandballerinnen ihren Negativlauf stoppen und sich im Kampf um den Klassenerhalt zwei ganz wichtige Zähler sichern. Die benötigt das Team von Trainer und Geschäftsführer Aleksandar Knezevic auch dringend, denn die Ergebnisse vom Mittwoch-Spieltag waren den Göppingerinnen nicht zuträglich. Zwar verlor der derzeit auf dem Relegationsplatz liegende Neuling Rosengarten-Buchholz gegen Bietigheim, dafür gewann der heutige Gegner Oldenburg gegen Mainz und setzte sich nun sechs Zähler von Frisch Auf ab. Und Halle-Neustadt, auf dem ersten Nichtabstiegsrang liegend, holte überraschend einen Punkt gegen Blomberg-Lippe. Rosengarten könnte zudem heute in Mainz zum nächsten Sieggelangen.

Dementsprechend klar ist die Ausgangslage für die FRISCH AUF Frauen: „Die nächsten drei Spiele gilt es“, sagt Knezevic mit Blick auf die Partien gegen Oldenburg, Bad Wildungen am kommenden Mittwoch und bei den Kurpfalz Bären Ketsch am Samstag in einer Woche. Alles Mannschaften derselben Kragenweite. Bei der jüngsten Niederlage beim TSV Bayer 04 Leverkusen sah der Coach eine Steigerung in der Abwehr „mit einem deutlich besseren Rückzugsverhalten“ als noch bei der Klatsche gegen Buxtehude. „Auch gegen Oldenburg müssen wir das in die Tatumsetzen und noch einige schnelle Angriffe mehr unterbinden“, fordert der Göppinger Coach. Gleichzeitig müsse man im Offensivspiel zulegen. Es wird der gesamte Rückraum benötigt, von dem in Leverkusen lediglich Romy Morf Gefahrausstrahlte. Beim 19:24 hielt seine Mannschaft ordentlich dagegen und besaß in der zweiten Hälfte die Möglichkeit auf 18:19 zu verkürzen und die Werkselfen nochmals ins Wanken zu bringen, ließ die Chance mit einem überhasteten Abspiel aber ungenutzt. „Das war ärgerlich, dann wäre vielleicht noch etwas möglichgewesen.“

Lange hadern bringt die am frühen Donnerstag gegen 3 Uhr aus dem Rheinlandzurückgekehrten FRISCH AUF Frauen nicht weiter. Nach weiteren Trainingseinheiten an Silvester und Neujahr liegt der Fokus nun auf der Partiegegen die Nordlichter von der Hunte. „Ein Sieg wäre von enormer Bedeutung. Wir brauchen die zwei Punkte dringend“, ist sich die im Aufbautraining befindliche Lisa Frey der Wichtigkeit der Partie bewusst. Das sei auch allen anderen klar. Das Geschehen in der Liga bezeichnet die Rückraumspielerin als sehr ausgeglichen. „Mit einer guten und konzentrierten Leistung hat man gegen sehr viele Mannschaften eine Chance zu punkten.“ So sei für ihr Team nach dem guten Start auch in Leverkusen „etwas drin gewesen“. Die 25-Jährige würde ihren Mannschaftskolleginnen in dieser schwierigen Situation gerne helfen, muss sich aber noch etwas gedulden, bis sie wieder auf die Platte zurückkehren kann. „Mitte Januar stehen bei mir die obligatorischen Tests an. Sollte hier soweit alles passen, dürfte es im Februar mit dem Comeback klappen. So bleibt mir derzeit leider nichts anderes übrig, als von außen mit der Mannschaft mitzufiebern.“

 

Beim VfL Oldenburg herrscht nach dem ersten Saisondrittel Zufriedenheit. „Wir haben uns eine gute Ausgangslage geschaffen“, sagt Trainer Niels Bötel, der in Myrthe Schoenaker (Blomberg) und Helena Mikkelsen (Halle-Neustadt) zwei gestandene Kräfte ziehen lassen musste. Ein Neuzugang aus Liga zwei, Merle Carstensen vom TSV Nord Harrislee, erwies sich dafür als Glücksgriff. Die 26-Jährige rangiert in den Top 5 im Ranking der Torschützinnen der Handball Bundesliga Frauen und avancierte auf Anhieb zu einer der Führungsfiguren neben Torhüterin Julia Renner, Rückraumspielerin Kathrin Pichlmeier und Nationalspielerin Jenny Behrend auf Rechtsaußen. Renner und Carstensen haben ihre Verträge bei den Niedersächsinnen jüngst um zwei und drei Jahre verlängert und sollen auch in Zukunft das Grundgerüst des Überraschungspokalsieger saus dem Jahr 2018 bilden, der in dieser Spielzeit auswärts in Bad Wildungen (31:30)und bei Buchholz-Rosengarten (25:21) gewinnen konnte. Gegen die FRISCH AUF Frauenwarten Oldenburg dagegen seit 3. Februar 2016 auf einen Sieg. Damals behauptete sich der VfL in eigener Halle 31:23.

 

Frank Höhmann

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