Hängende Köpfe nach Frust-Resultat

08.03.2021
Autor:
Harald Betz (NWZ)

Hängende Köpfe nach Frust-Resultat

Bundesliga: Die Frisch-Auf-Frauen verpassen es beim 27:28 (15:12) gegen Bensheim, sich für ihre gute Leistung zu belohnen.

Nachdem die Frisch-Auf-Handballerinnen völlig frustriert nach der 27:28 (15:12)-Heimniederlage verzweifelt versuchten, nach dem Schlusspfiff in ihren hängenden Köpfen den schmerzhaften Ausgang der Partie zu verarbeiten, sah sich der neue Geschäftsführer Claus Mai gezwungen, zum Spielerinnen-Kreis zu bitten und das Wort zu ergreifen. „Das Team war ja extrem niedergeschlagen, deshalb habe ich der Mannschaft gesagt, dass das Ergebnis zwar nicht wie erhofft ausfiel, aber dass sie gezeigt hat, dass sie mit all den Teams, auf die wir außer Bietigheim in nächster Zeit treffen, mithalten kann. Wenn wir uns so präsentieren, holen wir unsere Punkte“, gab Mai den Mutmacher gegen den Abstieg.

Vor leeren Rängen verpassten die Frisch-Auf-Frauen den Einstieg in die Partie und mussten früh einem 2:6-Rückstand hinterherhecheln. Doch das Team von Nico Kiener schüttelte sich, der Coach reagierte beim Personal, und mit der Steigerung in Angriff und Abwehr verloren die Gäste von der HSG Bensheim/Auerbach an Stabilität. Die Göppingerinnen steckten nach dem 6:7 auch noch ein 7:10 (18. Minute) weg, dann sorgten Anne Bockas Paraden und ein Solo der eingewechselten Sina Ehmann für den nötigen Schub an Selbstvertrauen. Frisch Auf führte Regie auf dem Spielfeld, erzielte sechs Tore in neun Minuten und führte 13:10, um schließlich mit einem 15:12-Vorsprung in die Pause zu gehen – zudem prallte ein Wyder-Wurf noch mit dem Halbzeitpfiff an den Pfosten der HSG.

„Wir haben uns gut reingekämpft und gut angegriffen, aber auch viel körperbetonter verteidigt“, bilanzierte Coach Kiener nach dem Schlusspfiff, „aber in der zweiten Halbzeit kommt Bensheim wieder auf.“ Während sein Team gleich zwei Zeitstrafen wegstecken muss, was die Göppinger Seite einmal mehr mit den hessischen Schiedsrichtern hadern ließ, und bis zum 20:17 (42.) in einem teilweise wilden Schlagabtausch vorne blieb, nahm anschließend die Fehlerquote zu, die Abwehr bekam aufgrund eines schwächeren Rückzugsverhaltens Probleme mit den Bensheimer Gegenstößen und beim 20:20 (44.) war der Vorsprung aufgebraucht. In der engen, von zunehmender Hektik geprägten Schlussviertelstunde zeigte sich der in der Tabelle deutlich besser platzierte Gast wieder souveräner, legte vor und sicherte sich nach mehrmaligem Ausgleich über das 25:27 drei Minuten vor Schluss einen glücklichen 28:27-Auswärtserfolg.

„Das war unsere beste Leistung über 60 Minuten, seit ich hier Trainer bin. Gleichzeitig ist das Ergebnis mega enttäuschend“, fasste Nico Kiener das intensive Duell zusammen, „das Spiel zeigte, dass wir mithalten können. Jetzt müssen wir schnell die Köpfe hochbekommen, uns an der eigenen Leistung hochziehen und uns im Training wieder Selbst­vertrauen holen.“ Dann gebe es auch mal das bessere Ende für Frisch Auf.

FA Göppingen: Bocka, Kaminska (ein Strafwurf), Lengyel (n.e.); Brugger (4), Wolf (1/1), Frey (2), Ioneac (1), Hrbkova (1), Andjic (3/1), Morf (6), Tinti (n.e.), Marcikova (n.e.), Ehmann (3), Wyder (5), Krhlikar (1), Welter.

HSG Bensheim/Auerbach: Kockler, van Beurden; Hurst (5), Kockel, Stuttfeld (5), Petersen (2), Dekker (3), Friedberger (7/5), van Gulik (2/1), Ivancok (3), Visser (1).

Schiedsrichter: Hellbusch/Jansen (Trebur/Geinsheim).

Zeitstrafen: 10:2 Minuten.

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