Im Kellerduell genügend Bärenfallen aufstellen

09.01.2021
Autor:
Frank Höhmann

Im Kellerduell genügend Bärenfallen aufstellen
Die Frisch-Auf-Handballerinnen brauchen beim punktlosen Tabellenvorletzten Kurpfalz Bären Ketsch einen Sieg

 

Siegen. Irgendwie. Mit Kampf. Und wenn es sein muss, auch mit Krampf. Nach den beiden Niederlagen gegen Oldenburg und im Nachholspielgegen Bad Wildungen brauchen die Göppinger Bundesligahandballerinnen an diesem Samstag um 18 Uhr im Kellerduell beim noch punktlosen Tabellenvorletzten Kurpfalz Bären Ketsch (live bei sportdeutschland.tv) einen Sieg. Von den drei Spielen, aus denen man gehofft hatte, wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt einzufahren, ist nur noch diese Partie übriggeblieben. In der derzeitigen Situation dürfte es also alles andere als einfach werden, genügend Bärenfallen aufzustellen, um zu den zwei ganz wichtigen Punkten zu kommen.

Die Niederlage vom Mittwoch müsse schnell aus den Köpfen, es gelte, sich nun voll und ganz auf das Spiel in Ketsch zu fokussieren, sagt Trainer und Geschäftsführer Aleksandar Knezevic. „Wir dürfen den Glauben an uns nicht verlieren. Unsere Abwehr muss wieder zu der Stabilität finden wie gegen Leverkusen und Oldenburg.“ Die FRISCH AUF Frauen stünden in einer der schwierigsten Situationen überhaupt. Knezevic kann sich nur an eine Spielzeit vor fünf Jahren erinnern, in der es nicht lief und bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt gezittert werden musste. Ob die am Mittwoch wegen Rückenproblemen fehlende Alexandra Tinti in den Kader zurückkehren kann, entscheidet sich kurzfristig. „Ich habe nochmals Spritzen bekommen und mussabwarten, wie es sich anfühlt. Ich hoffe, dass ich mein Team unterstützen kann“, sagt die Kreisläuferin. Jeder müsse in diesem wichtigen Spiel allesgeben und für den anderen fighten, vorne die Zweikämpfe suchen und in der Abwehr hart arbeiten. „Schaffen wir das auf die Platte zu bekommen, werden wir endlich wieder punkten.“

Im Gegensatz zu den Göppingerinnen sind es die Kurpfalz Bären aus der vergangenen Spielzeit gewohnt, sich nahezu ganz am Tabellenende wiederzufinden. Nur der Abbruch hat sie und den 1. FSV Mainz 05 vor dem Abstieg in die zweite Ligabewahrt. In dieser Spielzeit sieht es nach den absolvierten zwölf Spieltagen im Oberhaus der Frauen wieder danach aus, als würde der Klassenerhalt auf sportlichem Wege nicht gelingen. Wollen die FRISCH AUF Frauen den Bären am Saisonende nicht ins Unterhaus folgen, sollten sie die Partie unbedingt gewinnen. Dass die Göppingerinnen angesichts des langen Negativlaufs nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzen, ist klar. Wenn dann wie gegen Bad Wildungen geschehender Einstieg in die Partie misslingt und die ersten Würfe nicht sitzen, bringt das noch mehr ins Schlingern. Es muss insgesamt wieder mehr Druck auf die gegnerische Abwehr ausgeübt werden. Gegen Bad Wildungen sprangen nur zwei Siebenmeter heraus, während die Gäste aus Nordhessen acht herausholten. Gearbeitet werden muss auch an der Fehlerminimierung. Die Anzahl der technischen Patzer und Missverständnisse bei den Abspielen ist nach wie vor zu hoch.

Die Kurpfalz Bären unterlagen zuletzt Bayer Leverkusen21:24. Im Endeffekt, so bilanzierte Coach und Geschäftsführer Adrian Fuladdjusch, wurden zu viele klare Chancen vergeben. Ein Problem, das man auf Göppinger Seite gut kennt. Beim 21:22 gegen Rosengarten war es noch knapper, aber auch hier verpasste Ketsch seine ersten beiden Zähler in der laufenden Spielzeit. Aus Buxtehude reiste die Mannschaft unverrichteter Dinge wieder ab. Die von der Handball Bundesliga Frauen (HBF) vorgeschriebenen PCR-Tests lagen nicht rechtzeitig vor, da diese dem Labor offensichtlich nicht zugestellt wurden. Da Coronaschnelltests von der HBF nicht akzeptiert werden, wurde die Partie abgesetzt. Die Wertung der Partie ist offen. „Das ist unfassbar ärgerlich“, sagt Fuladdjusch. Nicht nur aus sportlichen, sondern auch aus finanziellen Gründen, da man einen Tagvorher losgefahren sei und in Hannover übernachtet habe. Zugänge gab es vor der Saison keine, was den Klassenerhalt noch mehr zur Herkulesaufgabe macht. Zumal in Carmen Moser (Neckarsulmer Sport-Union) die Torschützin vom Dienst den Club ebenso verlassen hat wie Torhüterin Sabine Stockhorst zum Drittligisten HSG St.Leon/Reilingen.

Auf Göppinger Seite ist die Herausforderung inzwischen nicht weniger gering. Ein Pluspunkt gegenüber Ketsch könnte die Erfahrung des Teams sein. Und die gilt es am Samstag neben den Grunderfordernissen Kampf, Einsatzbereitschaft und Biss in die Waagschale zu werfen.

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