Jetzt warten die Urgesteine der Liga

10.04.2021
Autor:
Frank Höhmann

Jetzt warten die Urgesteine der Liga
An diesem Samstag um 16 Uhr müssen die FRISCH AUF Frauen beim Buxtehuder SV antreten, der in der ewigen Tabelle Rang zwei belegt

In den kommenden drei Spielen haben es die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen mit den Urgesteinen des deutschen Frauen-Oberhauses zu tun: Den Auftakt macht das Gastspiel beim Buxtehuder SV an diesem Samstag (16 Uhr, sportdeutschland.tv), der hinter Bayer Leverkusen Rang zwei des Rankings der ewigen Tabelle einnimmt. In der laufenden Runde belegt die Mannschaft des langjährigen Coaches Dirk Leun einen soliden Mittelfeldplatz. Die 24:24-Zähler und Rang acht im 16er-Feld zeigen die Ausgeglichenheit des jungen Teams.

„Buxtehude hat einen guten Kader, auch in der Tiefe, und konnte seine verletzungsbedingten Ausfälle recht gut auffangen“, sagt Göppingens Trainer Nico Kiener und führt als Beispiel Liv Süchting im linken Rückraum an, die viel Verantwortung übernimmt. Eine Überfliegerin gibt es nicht, keine Akteurin befindet sich in den Top 20 der Torschützenliste. Nicht auflaufen konnte in den vergangenen Wochen auch der Göppinger Neuzugang der kommenden Runde, Luisa Scherer, die sich nach einem Riss des Außenbandes im rechten Fuß im Aufbau befindet. Spielmacherin Caroline Müller-Korn kehrte nach ihrem ausgeheilten Meniskuseinriss im rechten Knie mittlerweile auf das Spielfeld zurück.

Möglicherweise stehen bald richtungsweisende Veränderungen in Buxtehude an: Seit 70 Jahren gehört der BSV zum Hamburger Handballverband, strebt nun aber einen Wechsel nach Niedersachsen an. Da das Fernsehspiel gegen Tabellenführer BVB nicht in der heimischen Halle stattfinden konnte, wollte Buxtehude nach Hamburg ausweichen. Dies wurde von der Hansestadt abgelehnt, weshalb der Verein nach Oldenburg ausweichen musste. Nicht zum ersten Mal sei man ein „Opfer föderaler Strukturen und an der Landesgrenze zerrieben worden“, kritisierte Manager Peter Prior.

Ob es zwischen den FRISCH AUF Frauen und dem Dino auch 2021/22 zum Aufeinandertreffen kommt, wird sich wohl erst am letzten Spieltag entscheiden. „Das 26:26 gegen Buchholz-Rosengarten war schon enttäuschend, doch wir stehen weiterhin auf dem Relegationsplatz, und diesen wollen wir mit aller Macht verteidigen und alles dafür geben, damit uns das gelingt“, sagt Kiener. „Einige sprechen von einem verlorenen Punkt, ich sehe eher einen gewonnenen Zähler“, sagt Teammanagerin Birute Schaich. „Wenn der Ball vorher reingeht und nicht an die Latte, hätte alles gepasst. Aber so hatte Rosengarten noch die Chance zum Siegtreffer. Klar ist unser Restprogramm nicht so einfach, aber wir können es schaffen.“

Den „Luchsen“ dürften im Kopf-an-Kopf-Rennen um den Relegationsplatz vier Punkte aus den restlichen fünf Spielen sicher sein, da sie am Samstag auf Schlusslicht Ketsch und in zwei Wochen auf den Tabellenvorletzten Mainz treffen. Das bedeutet, dass die Göppingerinnen neben der Partie gegen Ketsch mindestens noch einen Sieg benötigen. „Bei drei Zählern Vorsprung hätten wir uns eine Niederlage erlauben können, die ohne Folgen geblieben wäre“, weiß die stellvertretende Spielführerin Anja Brugger. Das sei nun nicht der Fall. Man werde aber alles versuchen, den Relegationsplatz zu halten. Klar sei jedoch, dass dies nur mit Siegen gehe. Am besten schon heute Nachmittag im hohen Norden. Und mit einer ähnlichen Siegesserie wie sie den Männern derzeit gelingt.

Abgewartet werden muss, ob die Saison zu Ende gespielt werden kann. Aufgrund der jüngsten Coronafälle bei den Spitzenteams aus Dortmund und Bietigheim sowie bei der HSG Bensheim/Auerbach gibt es in der Liga mehrere Spielausfälle. Wie es sich weiter entwickle, das lasse sich in diesen Zeiten und angesichts der sich viel schneller verbreitenden Virusmutation nicht einschätzen, sagt Nico Kiener und ergänzt: „Solange wir spielen können, spielen wir. Wir sind froh, dass dies überhaupt geht und versuchen, alles so gut wie möglich einzuhalten. “Viel darf aber nicht mehr passieren, sonst wird es eng mit den Terminen. In einer Woche pausiert die Bundesliga, da die deutsche Nationalmannschaft gegen Portugal die Play-Offs für die Weltmeisterschaft in Spanien bestreitet.

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