Schlüsselspiel in Sachsen-Anhalt

12.02.2021
Autor:
Frank Höhmann

Schlüsselspiel in Sachsen-Anhalt

Mit einem Sieg beim SV Union Halle-Neustadt würden die FRISCH AUF Frauen wieder Licht am Ende des Tunnels sehen

Es gibt nicht viele Spiele in dieser Saison, an die die FRISCH AUF Frauen gerne zurückdenken. Das mit 26:24 gewonnene Hinspiel gegen Union Halle-Neustadt gehört zweifelsfrei dazu. Nach diesem Erfolg schien es bei den Göppinger Bundesliga-Handballerinnen dorthin zu gehen, wo man landen wollte: im gesicherten Mittelfeld. Wenn am Samstag um 19 Uhr (live zu sehen beisportdeutschland.tv) der Anwurf in der Erdgas-Arena ertönt, steht für das Team von Trainer Nico Kiener ein absolutes Schlüsselspiel auf dem Programm. Ein Erfolg beim Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt, der mit sechs Zählern Vorsprung vor Frisch Auf den ersten Nichtabstiegsplatz einnimmt, wäre nicht nur Balsam für die Seele, sondern ist schon beinahe unabdingbar, wenn man auch in der neuen Spielzeit im Oberhaus der Damen vertreten sein möchte.

Was dazu besser werden muss im Vergleich zu den vorangegangenen Partien liegt auf der Hand: „Wir müssen unsere Chancen konsequenter verwerten und in diesem Bereich deutlich zulegen“, sagt Lisa Frey, die beim 20:30 im Derby gegen die Neckarsulmer Sport-Union ihr drittes Spiel für die Göppingerinnen nach ihrem Kreuzbandriss bestritt und nun auch immer mehr in das Offensivspiel eingebunden wird. Man sei sicher keine zehn Tore schlechter gewesen als Neckarsulm und habe lange Zeit ordentlich dagegengehalten und eine gute Abwehr gestellt. Die25-Jährige findet sich nach ihrem Comeback bereits wieder gut auf dem Feldzurecht und ist auf dem besten Weg zu ihrer alten Form. „Die Abstimmung mit den anderen klappt immer besser. Es geht jede Woche ein bisschen bergauf und ich bekomme ein immer besseres Gefühl in der Abwehr. Im Angriff benötige ich noch etwas mehr Zeit nach der langen Pause, aber ich bin froh, dass ich schon so viele Einsatzzeiten erhalte.“

Ihre Qualitäten deutete die Schweizerin bereits mehrmals an. „Lisa kommt mit viel Dampf, das brauchen wir“, sagt ihre verletzte Teamkollegin Jasmina Rebmann-Jankovic und hofft auf weitere dynamische Antritte nach Balleroberungen .„Sie ist eine, die die anderen durch ihre Körpersprache mitreißen kann und ein gutes Zweikampfverhalten hat“, sagt Trainer Nico Kiener. Doch seien am Samstag alle Spielerinnen gefordert, damit wieder Licht am Ende des Tunnels aufleuchte. „Jeder muss seinen Beitrag leisten, eine gute Einstellung zeigen, mit Wille und Kampfgeist an die Sache rangehen.“ Auf solche Spiele müsse sich jeder freuen, trotz der Drucksituation. „Dafür gehen wir doch jeden Tag in die Halle und trainieren. Wir müssen Lust haben auf dieses Spiel, das sich nur gemeinsam, mit Teamgeist und Zusammenhalt, erfolgreich bewältigen lässt.“ Es werde ein Kampfspielwerden. „Und genau diesen Kampf müssen wir annehmen.“ Wieder zurückgreifen kann Kiener auf Louisa Wolf und hat damit eine zusätzliche Option im Rückraum zur Verfügung. 

Gegner Halle-Neustadt musste vergangene Woche pausieren. Wegen des Schneesturms fiel die Partie beim Buxtehuder SV aus. Zuvor verlor das Team von Trainer Jan-Henning Himborn in eigener Halle gegen Oldenburg (20:22) und Mainz (22:28), konnte davor aber nach acht sieglosen Spielen in Serie gegen Bayer Leverkusen gewinnen (25:22). Anfang des Jahresließ man mit einem 23:23 gegen Blomberg-Lippe aufhorchen. So konnten bereits zwei Zähler mehr aufs Konto gebracht werden als in der Abstiegssaison2018/2019. Nach beiden Aufstiegen in die erste Liga in den Jahren 1999 und 2019mussten die „Wildcats“ sofort wieder runter. Das soll dieses Mal nicht passieren. „Die Mannschaft ist reifer geworden und hat gezeigt, dass sie auch gegen Topteams mithalten kann“, sagt Trainer Jan-Henning Himborn.

Wie Frisch Auf, hoffen auch die „Wildcats“ am Samstag nach den jüngsten beiden Niederlagen auf den Turnaround. Ein Zeichen gesetzt hat bereits Torhüterin Anica Gudelj, die ihren Vertrag vorzeitig verlängert hat, unabhängig von der künftigen Spielklasse. Seit dieser Saison spielt auch ihre Schwester Marija für das Team aus Sachsen-Anhalt, der beim Hinspiel in der EWS-Arena fünf Treffergelangen. Erfolgreichste Werferin von Halle-Neustadt ist die aus Oldenburg gekommene Dänin Helena Mikkelsen (60/6).


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