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Frisch-Auf-Frauen wie ihr Trainer früher: 
ganz cool zum Sieg

Bericht von Frank Höhmann
vom 04.03.2019

Branka Zec pariert beim 27:26-Sieg in Oldenburg den letzten Wurf

Auch beim gestrigen Auswärtsspiel in Oldenburg wurden die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen nicht von ihren Fans im Stich gelassen: Die Treuesten der Treuen hatten sich bereits um kurz nach 6 Uhr auf die weite Reise nach Niedersachsen begeben. Sie sollten ihre Mühen nicht bereuen: In einer ganz engen Kiste behielten die Frisch-Auf-Frauen mit 27:26 (13:13) beim VfL Oldenburg die Oberhand und schraubten ihre Auswärtsserie auf beeindruckende 14:4-Punkte. Durch den Sieg verbesserte sich das Team von Trainer Aleksandar Knezevic nun auf den fünften Platz.

Die nach ihrer fünfwöchigen Verletzungspause wieder ins Tor zurückgekehrte Branka Zec wehrte, nachdem Michaela Hrbkova zuvor bei einem Siebenmeter keine Nerven gezeigt hatte, den finalen Wurf der Oldenburgerinnen ab und hielt den Sieg fest. Knezevic war nach Spielschluss aus dem Häuschen: „Es begeistert mich total, was die Mädels hier heute gezeigt haben. Wir mussten in den vergangenen Wochen ohne Torhüterin trainieren und hatten mit vielen Erkältungen zu kämpfen, die uns geschwächt haben. Ein großes Lob und Dankeschön auch an Branka Zec, die noch nicht ganz schmerzfrei war, aber dem Team unbedingt helfen wollte und super gehalten hat.“

Zwischen den beiden Kontrahenten, der eine in diesem Jahr noch ungeschlagen, der andere auswärts nur vom Thüringer HC besiegt, hatte sich das erwartet ganz enge und ausgeglichene Duell entwickelt, in welchem die Göppingerinnen unaufgeregt ihre Tormöglichkeiten suchten, während der VfL Tempo machen und den Gästen keine großen Wechselmöglichkeiten zwischen Angriff und Verteidigung zugestehen wollte. Zec führte sich im ersten Angriff gleich prächtig eine und entschärfte im Eins-zu-eins-Duell eine hundertprozentige Möglichkeit von Isabelle Jongenelen. Auch im weiteren Verlauf der ersten Hälfte nahm die 32-Jährige den Oldenburgerinnen vier gute Möglichkeiten ab. Zunächst konnte der VfL vorlegen, Frisch Auf glich aber sofort aus und warf sich durch Johanna Schindler beim 4:3 erstmals in Front. Eine gute Abwehrarbeit und einige Unkonzentriertheiten der Gastgeberinnen ermöglichten es den Frisch-Auf-Frauen auf 7:4 davonzuziehen. Oldenburg stellte in der Folge die Abwehr um, agierte etwas offensiver und zwang die Grün-Weißen zu Fehlern. So hieß es nach gut 20 Minuten 10:10 und auch beim 13:13 zur Pause war weiterhin alles offen.

Bei Oldenburg spekulierte man auf einen Kräfteverschleiß der Göppingerinnen, da diese auf Annika Blanke verzichten mussten, die noch nicht wieder genesen war. Mit „Thunder“ von AC/DC stimmten die Gastgeber die Fans auf die zweite Hälfte ein. Über die Grün-Weißen sollte ein Donnerwetter hereinbrechen, die aber Anwurf hatten und vorlegen konnten. Der Start in die zweiten 30 Minuten misslang jedoch gründlich und schon nach wenigen Minuten waren die Frisch-Auf-Frauen beim 14:18 pitschnass. Oldenburg wackelte nun aber plötzlich und so konnte Frisch Auf bis zur 40. Minute wieder ausgleichen (18:18). „Wir haben es verpasst, uns nach dem 4:1-Lauf zu Beginn der zweiten Hälfte abzusetzen. Das ist uns in den vorangegangenen Partien gelungen. Göppingen war im Angriff und in der Abwehr insgesamt ergiebiger“, sagte Oldenburgs Trainer Niels Bötel, dessen Team sich fortan wieder an der 3:2:1-Abwehr der Frisch-Auf-Frauen die Zähne ausbiss. „Das ist ganz unbequem zu spielen, weil diese offensive Abwehr außer mittlerweile Halle-Neustadt kein anderer Verein in der Bundesliga spielt“, nannte Bötel einen Knackpunkt für die Niederlage. „Wir haben den VfL nicht ins Rollen kommen lassen“, sah auch Knezevic in der starken Abwehr den „Schlüssel zum Erfolg“.

Nach einem 23:20-Vorsprung der Göppingerinnen mobilisierte der amtierende Pokalsieger zwar nochmals alle Kräfte und legte beim 25:24 und 26:25 durch die nun auftrumpfende Rechtsaußen Jenny Behrend vor, doch die Grün-Weißen ließen sich davon nicht beeindrucken und agierten so wie es ihr Trainer früher auf dem Spielfeld tat – und drehten die Partie mit zwei Treffern und der Schlussparade von Zec ganz cool zu ihren Gunsten.

So spielten sie:



VfL Oldenburg:

Renner, Ferenczi; Fragge, Birke (6), Genz, Jongenelen (2), Behrend (5), Geschke (3/1), Logvin (1), Hartstock (1), Mikkelsen (4), Schoenaker (4), Roller, Staal.

FA Göppingen:

Zec, Bauer (n.e.); Brugger (3), Schindler (3), Hrbkova (6/2), Adamkova (6), Krhlikar, Guberinic (5/1), Kinlend (3), Petrinja (1), Bergschneider (n.e.).


Schiedsrichter: Christoph Immel/Ronald Klein (Tönisvorst/Ratingen)

Zeitstrafen: 4:4-Minuten


Zuschauer: 987.

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