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Mobirise

Den Feuerlöscher auspacken

vom 10.10.2019
Bericht von Frank Höhmann

Die personell geschwächten FRISCH AUF Frauen gastieren am Samstag bei den „Flames“ der HSG Bensheim/Auerbach

Auch im elften Jahr seiner Tätigkeit bei den FRISCH AUF Frauen gelingt es der Mannschaft, Trainer Aleksandar Knezevic immer wieder zu überraschen. Und den Anhang mit dazu. Von der Qualität des Kaders sind alle überzeugt. Vielmehr erstaunt es, wie die Göppingerinnen auch noch so kritische Situationen meistern. So war das 36:23 im Zweitrundenspiel des DHB-Pokals beim HC Rödertal in solch einer Deutlichkeit sicher von den wenigsten erwartet worden. Weil nicht nur Michaela Hrbkova, Anja Brugger und Roxana Ioneac fehlten, sondern im Verlauf der Partie auch noch Ana Petrinja (Verletzung am Daumen) und die neue Rückraumbomberin Romy Morf-Bachmann nach ihrer dritten Zeitstrafe ausfielen.

Und trotzdem schossen sich die Göppingerinnen souverän in die nächste Runde. „Das Team hat ein super Spiel abgeliefert und den ganzen Widrigkeiten getrotzt. Da kann man nur den Hut vor ziehen“, sagt Knezevic. Das Achtelfinale sollte für die Göppingerinnen nicht die Endstation im Pokalwettbewerb sein. Losfee Franziska Müller hatte offenbar Mitleid mit den personell gebeutelten Frisch-Auf-Frauen und bescherte ihnen Anfang November ein Auswärtsspiel beim einzig verbliebenen Drittligisten Marpingen/Alsweiler. Der Traum vom Final Four in Stuttgart könnte also bis in den Januar hinein, wenn das Viertelfinale ausgetragen wird, am Leben bleiben.

Doch das ist Zukunftsmusik. Der Blick richtet sich auf die Gegenwart und die anstehenden Bundesligaspiele bis zur WM-Pause. Am Samstag um 17.30 Uhr steht für die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen bei den „Flames“ der HSG Bensheim/Auerbach das nächste Auswärtsspiel an. Um den Gastgeberinnen erst gar nicht die Möglichkeit zu geben, einen Flächenbrand rund ums Gehäuse der FRISCH AUF Frauen entfachen zu können, gilt es von Beginn an den Feuerlöscher auszupacken. Angesichts des weiterhin zur Verfügung stehenden Minikaders keine leichte Aufgabe für die Grün-Weißen. Wenigstens dürfte Spielführerin Johanna Schindler wieder mit dabei sein, die in Rödertal nach ihrer Knieverletzung erste Spielpraxis sammeln konnte. Ob Ana Petrinja dem Team helfen kann, entscheidet sich kurzfristig.

Die medizinische Abteilung der Göppingerinnen ist in dieser Saison sicher nicht zu beneiden. So heftig hat es die FRISCH AUF Frauen noch nie erwischt. Mittlerweile treiben Knezevic aber nicht nur die Verletzungen die Sorgenfalten auf die Stirn. „Auch die Erkältungswelle hat Einzug gehalten“, berichtet der Coach über ein neu aufgetretenes und der nasskalten Zeit geschuldetes Problem, das der einen oder anderen verbliebenen Akteurin zusetzt.

Da Hrbkova und Ioneac sicher ausfallen, sollen es über eine erneut gute Abwehr um Lina Krhlikar im Rückraum wieder Annika Blanke, die in Rödertal neunmal erfolgreich war, und Morf-Bachmann richten. Viel mehr Möglichkeiten hat Knezevic nicht. Aber in der Vergangenheit hat sein Team schon oft gezeigt, dass es Rückschläge wegstecken und immer für eine Überraschung gut sein kann. Auf diesen Effekt baut der Göppinger Coach auch beim Gastspiel bei den bislang einmal siegreichen und punktgleichen Hessinnen. „Wir haben es in Rödertal trotz der ganzen Ausfälle geschafft und wollen es am Samstag irgendwie schaffen, uns die beiden Punkte zu holen. Der Kampfgeist ist da. Ob und wie lange die Kraft reicht, wird sich zeigen.“

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