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Sehnsucht nach drittem Heimsieg

Bericht von Frank Höhman
vom 16.02.2019

Die FRISCH AUF Frauen wollen mit zwei Punkten vor heimischem Publikum an Gegner Borussia Dortmund vorbeiziehen

„Gewinnen wollen wir immer, nicht nur vor den eigenen Fans“, sagt Aleksandar Knezevic. Doch der Trainer der Göppinger Bundesliga-Handballerinnen weiß, dass es höchste Zeit wird für den nächsten Heimsieg. Viermal in Folge sind die FRISCH AUF Frauen vor heimischem Publikum leer ausgegangen. Das letzte Erfolgserlebnis in der EWS-Arena liegt schon mehrere Monate zurück und gelang am dritten Spieltag gegen den VfL Oldenburg (29:25). Das soll sich am Samstag um 19 Uhr im Heimspiel gegen Borussia Dortmund ändern. Die Sehnsucht nach dem dritten Heimsieg sei groß, betont Knezevic. „Uns erwartet aber ein sehr starker Gegner, der sich wieder für das internationale Geschäft qualifizieren möchte.“ Das gelang den Dortmunderinnen als Tabellenvierter in der vergangenen Saison. So durften sie dieses Jahr im EHF-Pokal antreten. Dort verpassten sie die Gruppenphase gegen den rumänischen Vertreter SC Craiova nur hauchdünn.

Am Samstag werde es darauf ankommen, wer in der Abwehr energischer zupacke. „Das wird ein harter Kampf“, stellt sich der Coach der FRISCH AUF Frauen auf einen unbequemen Kontrahenten mit vielen guten Individualistinnen wie der jungen deutschen Nationalspielerin Alina Grijseels ein, die ihren Vertrag bei den Gelb-Schwarzen jüngst verlängerte. „Sie ist das Gesicht des BVB“, weiß Andreas Bartels von der Dortmunder Abteilungsleitung um die Bedeutung von Grijseels auf dem Feld und außerhalb, die nicht nur eine der Führungsspielerinnen, sondern auch beste Torschützin ihrer Farben ist. Im Tor kann sich der BVB auf die ehemalige Nationalkeeperin Clara Woltering verlassen, die bei Gegenstößen Svenja Huber sucht, die diese sicher verwandelt. Als Neuzugänge stehen bereits Bogna Sobiech und Merel Freriks von der HSG Bensheim/Auerbach sowie die polnische Nationalspielerin Aleksandra Zych vom französischen Champions-League-Teilnehmer Metz fest. Bei den Göppingerinnen halten sich Zu- und Abgänge bislang die Waage: Romy Morf-Bachmann von den HSG Bad Wildungen Vipers kommt, Prudence Kinlend geht. Nach vier Spielzeiten bei Frisch Auf entschied sich Kinlend zu einem Wechsel zum TSV Bayer 04 Leverkusen. „Ich habe mich in Göppingen zu einer gestandenen Erstligaspielerin entwickelt, und das war auch mein Ziel.“

In der nächsten Spielzeit möchte der BVB den Abstand zu den Spitzenteams verringern, in dieser Saison will man sich erneut für Europa qualifizieren. Was dieses Ziel anbelangt, mussten die Dortmunderinnen zuletzt einen Rückschlag verkraften. Der Punktverlust beim 31:31 bei Schlusslicht SV Union Halle-Neustadt passte nicht so recht ins Konzept. Und so beträgt der Vorsprung auf die Göppingerinnen vor dem direkten Duell nur einen statt zwei Zähler und für die FRISCH AUF Frauen besteht die Möglichkeit, mit einem Sieg erst einmal wieder am Kontrahenten vorbeizuziehen.

„Diese Chance wollen wir vor den beiden Auswärtsspielen in Halle und Oldenburg nutzen“, sagt Knezevic. Denn neben Leverkusen, Buxtehude und Dortmund sind auch die Grün-Weißen noch im Geschäft um die Plätze vier und fünf. Dem Duell mit den Handballerinnen aus dem Ruhrpott mit dem großen Namen kommt also doppelte Bedeutung zu. Frisch Auf will sich nicht abhängen und im Niemandsland der Tabelle festsetzen lassen, sondern trotz des dünnen Kaders die gute Platzierung aus dem Vorjahr bestätigen oder toppen. Knezevic hofft, dass Torhüterin Branka Zec, die vor dem Bietigheim-Spiel im Training umgeknickt war, Edit Lengyel zumindest etwas entlasten kann. Ihr Einsatz sei aber fraglich. Auch einige andere Spielerinnen waren unter der Woche angeschlagen. Knezevic ist aber zuversichtlich, dass sie bis zum Heimspiel am Samstag fit sind. „Dann wollen wir es noch besser machen als beim Hinspiel und uns mit der vollen Punktzahl belohnen“, sagt Knezevic. Die Partie bei den Borussinnen endete 26:26 und wurmt die Göppingerinnen immer noch, weil ihnen Anne Müller in der Schlusssekunde den Sieg entriss. An Motivation und Ehrgeiz dürfte es also nicht mangeln.

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