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Mobirise

Ersatz-Duo kann Niederlage nicht verhindern

Bericht von Wolfgang Karczewski
vom 18.02.2019

Der Anruf kam am Spieltag: Als Aleksandar Knezevic, Trainer der Bundesliga-Handballerinnen von Frisch Auf Göppingen, bei Alexandra Meisl durchklingelte und fragte, ob sie am Abend für ihren alten Klub auflaufen möchte, fuhr ihr der Schreck in die Glieder. „Ich hatte einen Puls von 180 und habe Panik bekommen“, erzählt die ehemalige Frisch-Auf-Torhüterin. Weil sowohl Edit Lengyel (Grippe) als auch Branka Zec (Fußverletzung) kurzfristig für das Heimspiel gegen Borussia Dortmund ausfielen, bat Knezevic seine Ex-Spielerin, in die Bresche zu springen.

„Der Kontakt zu Knezevic ist nie abgebrochen“, berichtet die mittlerweile 40-Jährige, die in Blaubeuren wohnt. 2008 stieg Alexandra Meisl (geborene Gräfer) mit den Frisch-Auf-Frauen in die erste Liga auf. Zwei Jahre später beendete die ehemalige Nationalspielerin ihre Karriere. „Seit dem habe ich kein Handballspiel mehr bestritten“, sagt sie.

Doch am Samstag feierte die zweifache Mutter ein unverhofftes Comeback: In der zweiten Hälfte hütete sie den Kasten der Göppingerinnen, konnte aber die 26:30-Niederlage gegen die Westfälinnen ebenso wenig verhindern wie Bundesliga-Debütantin Tamara Huttenlauch, die normalerweise in der zweiten Mannschaft spielt und in den ersten 30 Minuten zwischen den Pfosten stand. Auch die 25-Jährige erfuhr erst am Spieltag von ihrer Nominierung, auch sie war sehr aufgeregt, gab Huttenlauch, die zuvor schon mit der zweiten Mannschaft auf der Platte stand und gegen die SG Schozach-Bottwartal mit 23:32 verloren hatte, nach der Bundesligapartie zu Protokoll. „Aber es hat echt Spaß gemacht“, freuten sich beide über ihren überraschenden Einsatz.

An den beiden Torhüterinnen lag es nicht, warum die Frisch-Auf-Frauen gegen den BVB letztlich deutlich unterlegen waren. „Sie haben es gut gemacht und uns geholfen“, sagte Coach Knezevic, „beide hatten eine Quote gehaltener Bälle von etwa 28 Prozent. Ich bin zufrieden mit den beiden.“

In den ersten 20 Minuten hielten die Göppingerinnen gegen die individuell besser besetzten Gäste gut mit und lagen nach dem 9:10 durch Spielführerin Iris Guberinic nur mit einem Tor in Rückstand. Anschließend drehte der Tabellensechste auf und ging, auch auf Grund von einigen technischen Fehlern auf Frisch-Auf-Seite, bis zur Pausensirene mit 15:12 in Führung. Nicht nur in dieser Phase überragte Nationalspielerin Alina Grijseels, die insgesamt 12/5 Treffer erzielte.

In der zweiten Hälfte setzte sich die Borussia vorentscheidend zum 21:14 in der 41. Minute durch Grijseels ab. Zwar kamen die Frisch-Auf-Frauen noch zwei Mal auf zwei Tore heran (23:25/53. Minute; 24:26/55. Minute), doch letztlich geriet der Dortmunder Sieg nicht mehr in Gefahr.

„Man hat uns von Anfang an die Unsicherheit angemerkt“, sagte die Göppinger Rückraumschützin Prudence Kinlend, „diese konnten wir zu keinem Zeitpunkt ablegen, aber das lag nicht an den Torhüterinnen“, betonte Kinlend, die nach der Saison zu Bayer Leverkusen wechselt.

Frisch Auf Göppingen:

Zec (n.e.), Huttenlauch (1.-30.), Meisl; Brugger (4), Blanke, Schindler (2), Kinlend (5), Hrbkova (9/4), Guberinic (4/1), Adamkova (2), Krhlikar, Bergschneider (n.e.), Petrinja.

Borussia Dortmund:

Duijndam, Woltering (n.e.), Ten Holte (bei zwei Siebenmetern); Grijseels (12/5), C. Müller (2), A. Müller (5), Kockel, Einarsdottir (1), Stockschläder (4), Fege, van Kreij (3), Huber, Fujita (3), Hausherr, Bleckmann.

Schiedsrichter: vom Dorff/vom Dorff (Kaarst).

Zeitstrafen: 4:4 Minuten.

Zuschauer: 702.

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