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Der Meister muss lange malochen

Bericht von Frank Höhmann
vom 28.04.2019

Das 22:32 (12:14) gegen den Thüringer HC wird der starken Vorstellung der Frisch-Auf-Frauen nicht gerecht

Die Tschechin Iveta Luzumova saß beim Austausch mit ihren Göppinger Nationalmannschaftskolleginnen Michaela Hrbkova und Petra Adamkova zufrieden auf der Bank. Mit 14/7-Treffern hatte sie maßgeblichen Anteil am 32:22 (14:12)-Auswärtssieg des Thüringer HC bei den Frisch-Auf-Frauen. „Sie lässt sich nicht ausschalten“, weiß Adamkova um die Ausnahmestellung von Luzumova in der Liga, die von einem Handballfachblatt verdientermaßen in die Kategorie Weltklasse eingestuft wurde. Doch auch der Dreh- und Angelpunkt im Spiel des deutschen Meisters wusste, dass für den Sieg ein hartes Stück Arbeit verrichtet werden musste. „Das Ergebnis spiegelt unsere Leistung nicht wider. Das ist sehr schade. Die erste Hälfte war überragend, wir waren total fokussiert und haben super gekämpft“, sagte eine enttäuschte Michaela Hrbkova.

In der Tat war die Leistung der Göppinger Bundesliga-Handballerinnen viel besser als das Resultat vermuten lässt. Der Meister musste vor 657 Zuschauern in der EWS-Arena lange malochen, ehe er sich Mitte der zweiten Hälfte von den bissigen Göppingerinnen lösen konnte. Gestützt auf eine glänzend aufgelegte Brank Zec im Tor, der zudem ein Empty Goal gelang, machte das Team von Trainer Aleksandar Knezevic dem THC das Leben schwer. Frisch Auf führte 2:0, 4:3 und 9:8, ehe sich der Gast bis zur Pause einen Zwei-Tore-Vorsprung erarbeiten konnte. THC-Trainer Herbert Müller hatte nach 17 Minuten umgestellt und mit der siebten Feldspielerin agiert, um die sattelfeste Göppinger Abwehr in die Bredouille zu bringen.

Doch die Frisch-Auf-Frauen ließen sich nicht abschütteln und nervten den Gegner auch nach dem Wechsel mehr als diesem lieb war. Nach dem von Johanna Schindler erzielten 15:16 folgte die vorentscheidende Phase der Partie. Dem Tabellenzweiten gelang es, sich bis zur 44. Minute auf 15:21 abzusetzen. Während Luzumova drei Treffer gelangen und Emily Bölk und Ina Großmann erstmals erfolgreich waren, hatten die Frisch-Auf-Frauen bei ihren Abschlüssen und einem erneuten Empty-Goal-Versuch von Zec das Glück nicht auf ihrer Seite.

„Göppingen hat gekämpft bis zum Umfallen“, sagte Müller hinterher, dem der Auftritt seiner Mannschaft in der ersten Hälfte missfiel. „Da war ich mit einigen Dingen unzufrieden. Wir haben viele Zweikämpfe verloren und schlecht geworfen.“ Göppingens Coach Aleksandar Knezevic lobte sein Team für einen couragierten Auftritt. Mit solch einer Leistung wäre in anderen Begegnungen, die verloren wurden, nie ein Zweifel am Göppinger Sieg aufgekommen.

Irgendwie fühlte man sich auf Frisch-Auf-Seite wie im falschen Film. Man hatte sehr gut gespielt und dennoch ziemlich deutlich verloren. Die Zuschauer wussten die tolle Vorstellung ihres Teams aber einzuordnen und spendeten den Frisch-Auf-Frauen viel Applaus. „Auf dieser Leistung müssen wir aufbauen“, sagt Adamkova vor den letzten drei Saisonspielen. Besonders beim letzten Auswärtsspiel der Göppingerinnen in Bietigheim wird der THC-Coach „zum größten Fan, den die Frisch-Auf-Frauen je hatten. Wahrscheinlich schaue ich mehr nach Bietigheim, als auf unser Spiel“, sagte Müller, der begeistert ist, was in Göppingen seit Jahren mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten bewegt wird. „Aleksandar Knezevic gelingt es immer wieder, eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen.“

Und die soll dem THC das Siegen auch in der neuen Runde wieder so schwer wie möglich machen.

So spielten sie:

FA Göppingen:

Zec (1), Lengyel; Brugger, Schindler (2), Hrbkova (4/2), Adamkova (3), Krhlikar, Guberinic (4/1), Kinlend (6), Petrinja (2), Bergschneider.


Thüringer HC:

Giegerich, Krause; Sazdovska (1), Mazzucco (4), Schmelzer, Stolle (7), Bölk (3), Großmann (1), Jakubisova (1), Huber (1), Luzumova (14/7), Müller, Lang, Wohlbold.

Schiedsrichter: Marcus Hurst/Mirko Krag (Frankfurt/Oberursel).

Zeitstrafen: 4:8-Minuten.

Zuschauer: 657.

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