Aufsteiger im Aufwind
Für die FRISCH AUF Frauen geht es an diesem Samstag um 19 Uhr zu den zwei Mal in Folge siegreichen „Wildcats“ des SV Union Halle-Neustadt
Es ist das erste von zwei Spielen in Folge, die gewonnen werden sollten, um die beiden Konkurrenten nicht zu nah an sich herankommen zu lassen: An diesem Samstag um 19 Uhr geht es für die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen zum SV Union Halle-Neustadt in die SWH-Arena. Der hat zuletzt zwei Mal in Folge gewonnen und könnte mit einem Erfolg gegen die FRISCH AUF Frauen den Anschluss an das Mittelfeld herstellen.
Das Team von Trainer Nico Kiener tritt die Partie bei den „Wildcats“ mit einer Mischung aus Wut und Enttäuschung an. „Wir sind schon ein Stück weit sauer auf uns selbst, dass wir die Chance gegen Bensheim nicht nutzen konnten nach unserem sehr guten Spiel und uns die Möglichkeit zu punkten selber binnen weniger Minuten kaputtgemacht haben“, sagt die Sportliche Leiterin Birute Schaich. Dementsprechend motiviert und auch angefressen gehen die Göppingerinnenin die Partie beim Aufsteiger aus Sachsen-Anhalt. „Wir wollen es unbedingt wieder besser machen und wissen, dass wir jetzt langsam wieder punkten müssen. Wir haben zuvor leider hier mal einen Punkt vergeben oder dort zwei, die müssen wir nun in Halle einfahren.“ Schlechte zehn Minuten seien dann eben doch zehn Minuten zu viel. Gegen ein Team wie Bensheim auf jeden Fall, aber auch gegenandere Teams könnte das zu Problemen führen, sollte man seinen Durchhänger zu spät überwinden.
Neben der zuletzt vorpreschenden Österreicherin Viktoria Marksteiner gilt es auf Göppinger Seite auch ein Auge auf Halles halbrechte Rückraumspielerin Cara Reuthal zu achten, die in der kommenden Runde zur HSG Bensheim/Auerbach wechselt und dort Vize-Weltmeisterin Nina Engel ersetzen soll, die sich nach Rumänien verändert. „Es wird sicher ein sehr kampfbetontes, aber auch ein sehr schnelles Spiel. Halle hat seine Stärken in den Tempogegenstößen. Diese dürfen wir ihnen nicht ermöglichen.“ Sein Team müsse versuchen, gut in die Begegnung zu finden, sich „Selbstvertrauen zu holen“ und so die Begegnung auf seine Seite zu ziehen. Hierfür benötige es eine aufmerksame Defensive und im Spielaufbau wenige technische Fehler und Ballverluste, sonst könne es ruckzuck gehen „und du bist wie gegen Bensheim drei oder sieben Tore hinten“.
Auch wenn die Bedeutung der Partie aus tabellarischer Sicht größer erscheint als andere Partien, ist das Auswärtsspiel in Sachsen-Anhalt beim Neuling für Nico Kiener „genauso wichtig wie jedes andere Spiel. Wir wollen jedes Spiel gewinnen, wenn wir eine Möglichkeit dazu haben.“ Nachdem man zuletzt aber nur das Derby gegen die TuS Metzingen (33:28) gewinnen konnte, weiß auch der Göppinger Coach, dass zwei Punkte bei den Wildkatzen wieder das Ganze wieder etwas entspannter gestalten würden. Allerdings muss abgewartet werden, wer aus dem Kader letztlich mitreisen kann.
„Wir waren im Training in den vergangenen Tagen immer wieder dezimiert, haben uns aber so gut es geht auf die Partie vorbereitet“, berichtet Torhüterin Celina Meißner, die in den jüngsten drei Partien ein großer Rückhalt für ihr Team war und einige sehr starke Paraden zeigte und gegen Bensheim zwei Siebenmeter parieren konnte. Insgesamt kommt die 27-Jährige im bisherigen Saisonverlauf auf 84 Paraden, auch am Samstag möchte Celina Meißner wieder dazu beitragen, ihr Team im Spiel zu halten oder auf die Siegerstraße zu führen. „Halle befindet sich im Aufwind, hat zuletzt zwei Mal gewonnen und gerade in Neckarsulm seine Qualitäten über die erste und zweite Welle und Gegenstöße gezeigt. Am Anfang hätten wohl nur die wenigsten damit gerechnet, dass Halle nach einem 5:10-Rückstand diese Partie noch gewinnen kann.“ Man wisse um die Gefährlichkeit des Gegners, der die Bundesliga aus der Vergangenheit kennt und im Oberhaus kein unbeschriebenes Blatt darstellt. „Wir müssen wieder Stabilität in die Abwehr reinbekommen und dürfen uns keine leichten Fehler erlauben, dann können wir die beiden Punkte holen.“ Man habe im Verlauf dieser Runde schon viele gute Partien gezeigt und werde auch künftig wieder punkten, da macht sich Celina Meißner gar keinen Kopf. „Im Heimspiel gegen Bensheim hat es nicht gereicht, aber man darf auch nicht vergessen, dass die „Flames“ zu den Top4-Teams der Liga gehören. Und sie haben gegen uns dann ihre ganze Routine ausgespielt.“




