Volle Punktlandung gelingt nicht ganz

3.3.2026
Kategorie
Bundesliga

Mit einem 29:29 (13:11) entführen die FRISCH AUF Frauen beim heimstarken Tabellenfünften VfL Oldenburg einen Zähler

Es wurde trotz einer 28:23-Führung zehn Minuten vor Schluss zwar nicht die volle Punktlandung, mit dem 29:29 (13:11) beim heimstarken Tabellenfünften VfL Oldenburg konnten die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen aber ihren Negativlauf der vergangenen Wochen beenden. Der starke Auftritt an der Hunte macht Hoffnung darauf, dass die FRISCH AUF Frauen bald wieder auch Siege einfahren werden. Zwar schnürte das Team von Trainer Nico Kiener wieder einmal den Sack nicht zu und lag nach einem 0:6-Lauf das erste Mal seit dem 0:1 plötzlich zurück, aber die mit acht Treffern erfolgreichste Werferin Luisa Scherer sicherte aus ungünstigem Winkel mit dem Treffer zum 29:29 (13:11) zumindest einen Punkt. Damit bleibt Frisch Auf seit der Rückkehr ins Oberhaus gegen Oldenburg unbesiegt.

Auf Oldenburger Seite haderte man anschließend damit, nicht schon früher diesen Kampf, diese Leichtigkeit und diese Stärke gezeigt zu haben wie in der Crunchtime. Auf Göppinger Seite trauerte man der abgegebenen Führung hinterher, „doch in unserer augenblicklichen Situation ist das für uns absolut ein Punktgewinn, auch wenn wir die meiste Zeit vorne lagen. Oldenburg steht einige Plätze vor uns, hat immer noch Chancen auf Rang vier, das müssen wir dann schon realistisch einordnen“, so Luisa Scherer. „Wir hatten zuletzt eine sehr schwierige Phase, aber dieser Zähler hier gibt uns Auftrieb für die nächsten Spiele und zeigt auch, wozu wir als Team in der Lage sind.“ Den Göppingerinnen fehlte es zwar wie schon bei den verlorenen Partien in Halle-Neustadt und in Zwickau an der Kaltschnäuzigkeit in der entscheidenden Phase. Dieses Mal kehrten sie jedoch ohne Zählbares nach Hause zurück und tätigten im Norden einen Schritt in die richtige Richtung.

Bei den FRISCH AUF Frauen kehrte Sina Ehmann in die Startformation zurück, was sich sehr belebend auf das Angriffspiel auswirkte. Auch Celina Meißner wurde von Trainer Nico Kiener wieder in die Anfangs-Sieben beordert. Sie hielt gut, wurde in Hälfte zwei dann aber von Petra Hlogyik abgelöst, die zur Matchwinnerin zu werden schien, als sie gleich drei Würfe der Oldenburgerinnen der auf Messers Schneide stehenden Begegnung exzellent entschärfte, aber ihre Teamkolleginnen daraus kein Kapital in Form von eigenen Toren schlagen konnten.

Die Gäste präsentierten sich trotz der jüngsten Negativserie in einer sehr guten Verfassung, störten früh und verschoben gut in der Defensive. Im eigenen Aufbauspiel agierte das Team von Trainer Nico Kiener mit der nötigen Ruhe, spielte seine Angriffe lange aus und versuchte die eine klare Wurfchance zu kreieren, die zum Tor führen sollte. Besonders die Außenpositionen gingen dabei als Nutznießer hervor. So gelangen Luisa Scherer schon im ersten Durchgang fünf Treffer, darunter ein sehenswerter Dreher zur zwischenzeitlichen 8:5-Führung (16.). Die Gäste hatten sogar die Möglichkeit auf fünf Treffer wegzuziehen, leisteten sich nach dem 12:8 dann aber die eine oder andere Ungenauigkeit und ermöglichten es den Gastgeberinnen wieder zu verkürzen. Dennoch nahmen die FRISCH AUF Frauen einen Zwei-Tore-Vorsprung (13:11) mit in die Kabine.

Für das von Trainer Nico Kiener sehr gut eingestellte Team bestand kein Anlass, nach dem Wechsel irgendetwas zu ändern. Der Göppinger Coach war vor allem mit der Abwehr zufrieden, die sollte dann auch weiterhin „aktiv verteidigen“. Das tat sie auch, zudem gingen seine Spielerinnen mit der von ihm geforderten Einstellung und Körpersprache zu Werke, schüttelten die vorangegangen deutlichen Niederlagen ab und hielten bis zur 44. Minute ihren Zwei-Tore-Abstand (22:20). Auch eine Unterzahlsituation meisterten die FRISCH AUF Frauen und entfernten sich dann mit vier Toren nacheinander erstmals deutlicher auf 28:23. „Danach hat uns etwas der Mut im Abschluss gefehlt, der uns zuvor ausgezeichnet hat“, analysierte Luisa Scherer. Oldenburg kam ran, glich aus, ging in Führung, doch die Kiener-Schützlinge schlugen zurück und sicherten das Remis ab.

Frank Höhmann

So spielten sie:

VfL Oldenburg: Winters, Humpert; Borutta (2), Teiken (1), Reinemann (5), Martens (1), Steffen (3), Pfundstein (3), Granicka (7/3), Golla (3), Behrend (2), Fragge (2), Genz

FRISCH AUF Frauen: Hlogyik, Meißner; De Bellis, Beugels, Bianco, Däuble (3), Ehmann (5), Elies (1), Kynast (1), Neubrander, Sasaki (4/2), Scherer (8), Schulze (4), Watzl (3)

Schiedsrichter: Frederic Linker/Sascha Schmidt (Recklinghausen/Bochum)

Zeitstrafen: 4:2-Minuten

Zuschauer: 2342.