Überwältigt von den Worten und den vielen Gästen

21.5.2026
Kategorie
Bundesliga

Fünf Spielerinnen und Co-Trainer Gerhard Rohr wurde nach dem Halle-Spiel für ihren Einsatz und ihre Treue gedankt

So viele Hände und Umarmungen musste Gerhard Rohr schon lange nicht mehr vornehmen. Zu seiner Verabschiedung waren dutzende ehemalige Spielerinnen erschienen, zudem viele gemeinsame Weggefährten aus Verbandszeiten und aus der Schule, einige von ihnen gehüllt in grüne „Gege“-Shirts. Der Co-Trainer der FRISCH AUF Frauen wurde nach dem letzten Heimspiel der Göppingerinnen gegen Halle-Neustadt ebenso verabschiedet wie die Spielerinnen Gianina Bianco, Kapitänin Louisa De Bellis, Sina Ehmann, Petra Hlogyik und Leonie Patorra.

Vom Aufgebot zeigte sich der langjährige Verbandstrainer und Sportlehrer am Göppinger Mörike-Gymnasium überwältigt. 57 Jahre ist Gerhard Rohr nun schon Mitglied beim Göppinger Traditionsverein. „Das ist nicht nur eine Zahl, das ist ein Stück Lebensgeschichte. Du bist Frisch Auf und hast Frisch Auf mitgestaltet wie kein anderer“, hob Uschi Riegel von der Handballabteilungsleitung des Hauptvereins hervor. Seine Menschlichkeit, seine fachliche Kompetenz, sein Einfühlungsvermögen, seine Zuversicht hob Leonie Patorra, stellvertretend für ihre Teamkolleginnen und viele ehemalige Spielerinnen hervor, deren Talent Gerhard Rohr förderte. „Es ging alles weit über Taktik und Spielbeobachtungen hinaus. Du hast aufgebaut, unterstützt, einen wieder stark gemacht. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie es ohne dich sein wird.“ Gerhard Rohr, schon zu Beginn der Göppinger Zweitligazeiten im Trainerteam aktiv, dankte besonders seiner Frau und seiner Familie. „Geburtstage und andere Festivitäten wurden immer auf die handballfreie Zeit gelegt.“ Es sei nicht nur ein schweres, sondern ein sehr schweres zweites Jahr nach dem Aufstieg für die Frisch-Auf-Handballerinnen gewesen, so wie es das zweite Jahr meist sei. „Wir hatten viele Verletzte, viele Kranke, sind auf dem Weg nach Zwickau vier Stunden im Stau gestanden und hatten nur wenig Zeit bis zum Spielbeginn. Aber am Ende hat das Team die Klasse gehalten und spielt weiter im Oberhaus.“

Sehr emotional wurde es auch bei Kapitänin Louisa De Bellis, „die unseren neuen Weg von Anfang an mitgegangen ist“, wie Geschäftsführer Claus Mai betonte. Im Verlauf der vergangenen Jahre sei sie das prägende Gesicht der Göppingerinnen geworden. De Bellis bedankte sich bei allen Zuschauern und Sponsoren für die Unterstützung, ohne sie wäre das alles nicht möglich. Als sie als kleines Mädchen vor 20 Jahren in Waiblingen in der Rundsporthalle angefangen habe mit dem Handball, habe sie sich nie vorstellen können, „dass ich mal vor so vielen Leuten meinen Abschied feiere und das alles erreiche, was ich erreicht habe“.

Eigengewächs Sina Ehmann wird, wie Petra Hlogyik, Gianina Bianco und Leonie Patorra auch, „alles hier sehr vermissen. Es hat jeden Tag immer mega Spaß gemacht, mit dem Team in der Halle zu stehen und bei den Heimspielen vor so vielen Menschen zu spielen. Das war der Wahnsinn, auch heute wieder“.