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15.5.2026
Kategorie
Bundesliga

Auch Co-Trainer Gerhard Rohr wird beim letzten Heimspiel der Göppinger Bundesliga-Handballerinnen verabschiedet

Seit Sonntag sind die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen durch. Sie spielen auch nächste Saison im Oberhaus. Groß daran gezweifelt hat nach dem starken Start in die Play-offs niemand mehr. Das 32:42 in Oldenburg am Samstag sorgte zwar nicht für Klarheit, dafür aber einen Tag später der Sieg des Buxtehuder SV bei Union Halle-Neustadt, das nun am Sonntag zum letzten Heimspiel der FRISCH AUF Frauen in der Göppinger EWS Arena gastiert. Zuvor bestreitet um 13 Uhr das Perspektivteam in der Drittliga-Aufstiegsrunde gegen die TSG Haßloch sein erstes Heimspiel. Alle Dauerkarteninhaber und Kartenbesitzer für das letzte Heimspiel des Bundesligateams erhalten kostenlosen Eintritt für die Partie von Frisch Auf II.

Für das Team von Trainer Nico Kiener steht das letzte Saison-Heimspiel derweil ganz im Zeichen der Verabschiedungen. Für viele der Beteiligten dürfte es ein äußerst emotionaler Handballtag werden. Drei Spielerinnen - Kapitänin Louisa De Bellis, Leonie Patorra und Gianina Bianco - hören auf, zwei Akteurinnen des aktuellen Kaders – Eigengewächs Sina Ehmann (Neckarsulm) und Petra Hlogyik (Ausland) - wechseln. Zudem wird es zur neuen Runde eine Veränderung auf der Trainerbank geben, denn der bisherige Assistent von Nico Kiener, Gerhard „Gege“ Rohr, der schon zu Beginn der Zweitligazeiten zum Trainerteam gehörte, wird nach der Runde seine Tätigkeit beenden, um sich mehr Zeit der Familie und seinem Privatleben widmen zu können.

Seit der Verpflichtung von Nico Kiener als Trainer der FRISCH AUF Frauen bildete der langjährige Sportlehrer am Göppinger Mörike-Gymnasium und Verbandstrainer das gemeinsame Gespann an der Seitenlinie. In früheren Jahren zeichnete der 67-Jährige unter anderem zusammen mit Aleksandar Knezevic für die Leitung des Nachwuchscenters der männlichen Jugend verantwortlich und war hier durch seine Schultätigkeit ein perfektes Bindeglied zwischen Schule und Verein. „Wir haben jetzt insgesamt 17 Jahre zusammengearbeitet. Es war eine sehr tolle Zeit, man konnte sich immer absolut auf „Gege“ verlassen. Er war jetzt sehr lange im Handball aktiv, aber nun möchte er den Fokus auf andere Dinge legen. Mit dem vorzeitig erreichten Klassenerhalt können wir gemeinsam einen schönen Abschied feiern“, sagt Trainer Nico Kiener. Viele Spielerinnen aus dem jetzigen Kader kennt Gerhard Rohr aus seiner früheren Tätigkeit für die Auswahl. So schließt sich auch für ihn gewissermaßen der Kreis.

„Ich habe ihn kennengelernt, als ich damals meine B-Lizenz gemacht habe“, erinnert sich die Sportliche Leiterin Birute Schaich. „Er ist die gute Seele, eine Art zweiter Vater für die Mädels und hatte für sie immer ein offenes Ohr. „Gege“ war eine tolle Stütze und hat sich weit mehr eingebracht und engagiert, als er hätte müssen. Es ist sehr schade, dass er aufhört, aber nachvollziehbar.“ Sie hoffe, dass Gerhard Rohr auf viele tolle Momente zurückblicken und die Zeit ohne Handball genießen könne, trotzdem aber immer wieder mal bei den Spielen der Frisch-Auf-Handballerinnen vorbeischaue.

„Ich denke, ich spreche nicht nur für mich, sondern für viele Frauen und junge Mädchen, die von ihm geprägt worden sind als menschliches Vorbild“, unterstreicht Göppingens Spielführerin Louisa De Bellis. In ihrer persönlichen Entwicklung in jungen Jahren habe er eine tragende Rolle eingenommen. „Ich bin dankbar für all das, was ich von „Gege“ lernen durfte. Wir haben gemeinsam angefangen und hören hier in Göppingen nun gemeinsam auf, wo er ja viele, viele Jahre für Frisch Auf tätig war. Er ist ein absoluter Herzensmensch und hat alles hinten angestellt für den Handball. Er war immer sehr nah dran an unserem Team und hat einen sehr wichtigen Part ausgeführt. Die Zeit, die jetzt vor ihm liegt, gönnen ihm alle.“