Ein Derby mit allem Drum und Dran

5.5.2026
Kategorie
Bundesliga

Die FRISCH AUF Frauen erkämpfen sich gegen Neckarsulm nach einem 17:21-Pausenrückstand beim 33:33 den nächsten Punkt

Die Ergebnisse des Vortags waren ganz nach dem Gusto der Göppinger Bundesliga-Handballerinnen. Im Derby gegen die Sport-Union Neckarsulm wollten die FRISCH AUF Frauen geschmacklich noch eine Note draufpacken. Das gelang nach Punkten nicht ganz, doch das 33:33 (17:21) gegen den württembergischen Kontrahenten aus dem Unterland war ein Derby mit allem Drum und Dran. „Ein Sieg wäre das Sahnehäubchen gewesen, aber es war unser erster Punktgewinn gegen Neckarsulm im sechsten Anlauf“, war die Sportliche Leiterin Birute Schaich nach Abpfiff zufrieden. „Das Team hat Charakter gezeigt und nach der Pause nochmals eine Schippe draufgelegt, den Punkt hat es sich absolut verdient“, meinte Geschäftsführer Claus Mai.

Am Ende der nervenaufreibenden 60 Minuten trennten sich beide Teams mit einem leistungsgerechten Remis, denn beide hatten besten Frauenhandball gezeigt und sich vehement gegen die Niederlage gestemmt und sich für den Sieg eingebracht. Mit Emotionen, Energie und Euphorie. „Wir haben uns gar nicht so mit den letzten Spielen gegen Neckarsulm befasst, sondern wollten einfach nur unsere Serie und unsere guten Spiele in den Play-offs fortsetzen. Wir haben wieder eine super Teamleistung auf die Platte gebracht, alle sind zurück, alle sind fit, das merkt man. Das Publikum hat uns unheimlich gespusht, es war jetzt unser erster Punkt gegen Neckarsulm und wir wollen auch in den nächsten Spielen weiter punkten und zeigen, dass wir es können“, sagte Außenspielerin Luisa Scherer. Mit dem einen Zähler haben die Schützlinge von Trainer Nico Kiener ihre Aussichten auf den Klassenerhalt erneut deutlich gesteigert und blieben im vierten Spiel in Folge ungeschlagen. „Es war ein sehr körperliches Spiel, aber dieses Dagegenhalten haben wir in der zweiten Hälfte mehr angenommen“, so Scherer. Nach dem Wechsel holten die Gastgeberinnen Tor um Tor auf, kamen auf einen Treffer heran und schon in dieser Phase rund um die 40. Minute bot sich dem Kiener-Team mehrmals die Möglichkeit zum Ausgleich. Dieser ließ dann noch etwas auf sich warten, doch in der 49. Minute war es dann soweit. Haruno Sasaki traf per Siebenmeter zum 26:26. Die Zuschauer nun in absoluter Ekstase. „So laut war es schon länger nicht mehr, aber es war auch so insgesamt sehr anstrengend, ich bin ziemlich geschafft“, sagte Göppingens Trainer Nico Kiener, der ein Kompliment für den Kampfgeist und die Moral an sein Team verteilte. „Wir wollten natürlich den Sieg, nehmen aber auch den Punkt mit. Zum Schluss kann es in beide Richtungen gehen, wir können gewinnen, aber auch verlieren. Vor ein paar Monaten hätten wir dieses Spiel wahrscheinlich mit einem Tor verloren.“

Nach ausgeglichenen ersten fünf Minuten rissen die Gäste die Partie in der Göppinger EWS Arena an sich. Man merkte ihnen an, dass sie die Scharte des 24:32 gegen Buxtehude ausbügeln wollten. Die Ex-Göppingerin Paulina Uscinowicz und Alicia Soffel zogen die Fäden im Angriff, unterstützt durch Annefleur Bruggeman, und hinten stand der massive Innenblock mit Uscinowicz und Kim Hinkelmann sicher und beharkte sich mit Frisch-Auf-Kreisläuferin Luisa Schulze. So konnten sich die Gäste nach einer Viertelstunde Spielzeit erstmals auf drei Treffer absetzen. Hatten die FRISCH AUF Frauen gegen Zwickau in den gesamten 60 Minuten nur 19 Gegentreffer kassiert, war diese Zahl gegen Neckarsulm bereits nach 26 Minuten und 30 Sekunden erreicht. Doch es sollten noch weitere zwei Tore folgen, sodass es aus Göppinger Sicht mit einem 17:21-Rückstand in die Kabine ging.

In Durchgang zwei schmolz der Vorsprung der Gäste mehr und mehr zusammen, nach dem Ausgleich zum 26:26 sorgte erneut Sasaki von der Strafwurflinie aus für die erste Göppinger Führung seit dem 1:0. Doch Neckarsulm drehte durch Paulina Uscinowicz den Spieß wieder um, holte sich die Führung zurück, die drei Minuten vor dem Ende die Gastgeberinnen mit dem 31:30 wieder eroberten und die in der Folge immer wieder vorlegen konnten. Mit ihrem letzten Angriff holten die Gäste einen Siebenmeter heraus, den Uscinowicz nach der Schlusssirene mit ihrem 14. Treffer sicher verwandelte und die erste drohende Niederlage gegen die FRISCH AUF Frauen abwenden konnte.

So spielten sie:

FRISCH AUF Frauen: Hlogyik, Meißner (1); De Bellis (1), Beugels (1), Bianco (2), Bornhardt, Däuble (7/4), Ehmann (7), Elies (2), Kynast (1), Merz, Neubrander (1), Sasaki (5/4), Scherer (2), Schulze (1), Watzl (2)

Sport-Union Neckarsulm: Fossum, Ivancok; van der Linden, Ossenkopp (1), Döll (5), Hinkelmann (2), Albers, Bruggeman (4), Soffel (6), Holtman (1), Holste, Uscinowicz (14/5), Siegle

Schiedsrichter: Jan Lier/Manuel Lier (Münchingen/St. Gallen)

Zeitstrafen: 2:14-Minuten

Zuschauer: 1603.