Dünne Personaldecke vor dem Derby
An diesem Samstag um 19.30 Uhr gastieren die FRISCH AUF Frauen in Tübingen zum vorletzten Hauptrundenspiel bei der TuS Metzingen
Vier Punkte sind noch zu vergeben. Und um Platz acht zu erreichen und mit einem kleinen Punktepolster in die entscheidenden Wochen von Mitte April bis Ende Mai gehen zu können, sollten die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen mindestens zwei davon holen. An diesem Samstag um 19.30 Uhr bietet sich dem Team von Trainer Nico Kiener die nächste Möglichkeit dazu. Die FRISCH AUF Frauen gastieren dann in der Tübinger Paul-Horn-Arena zum Derby bei der TuS Metzingen. Das Hinspiel konnten die Göppingerinnen vor der Rekordkulisse von 4200 Zuschauern 33:28 gewinnen. Seither sind aber nicht mehr viele Zähler auf das Göppinger Konto hinzugekommen. Das Gleiche gilt für die Pink Ladies, die zuletzt beim Derby in Neckarsulm deutlich unterlagen (28:38) und zuvor nur gegen Halle-Neustadt (36:32) gewinnen konnten.
Doch sind die Vorzeichen aus Göppinger Sicht vor dem Rückspiel nicht die besten, denn die Personaldecke vor dem Derby ist dünn und es drohen mehrere Ausfälle. Spielmacherin Haruno Sasaki fehlt wegen ihres Muskelfaserrisses auf jeden Fall noch bis zum Start der Playoff-Runde. Dazu noch müssen in Tübingen mit ziemlicher Sicherheit Lea Watzl wegen Problemen am Sprunggelenk und ihr Pendant auf dem anderen Flügel, Luisa Scherer, wegen Beschwerden am Rücken pausieren. Zudem steht die junge Kreisläuferin Aylin Bornhardt, die wie Lara Däuble von Bundestrainer Markus Gaugisch für den nächsten Lehrgang nach Ostern mit den beiden EM-Spielen gegen Nordmazedonien und Belgien in den Kader des A-Teams berufen wurde, mit einer Handverletzung auf der Kippe.
„Derzeit sind wir wirklich ziemlich gebeutelt, das macht die Aufgabe gegen Metzingen nicht einfacher, aber wir werden alles probieren. Wir wollen punkten und sollten eigentlich auch punkten“, sagt die Sportliche Leiterin Birute Schaich. Die Hoffnung: Oftmals rückt ein Team enger zusammen und kompensiert Ausfälle durch noch mehr Kampf, Einsatz, Wille und Leidenschaft. Um zumindest noch eine Alternative zu haben, beordert Trainer Nico Kiener Außenspielerin Sophia Mohr aus dem Perspektivteam in den Kader, die zuletzt mit Frisch Auf II in der Regionalliga auftrumpfte und kommende Saison ins Bundesligateam aufrückt. Der Göppinger Coach weiß, dass es bei Metzingen zuletzt auch nicht so rund lief und die „TusSies“ gegen sein Team mit zwei Punkten den siebten Platz absichern möchten. Mehr ist für sie nicht mehr drin, bei einer Niederlage könnten sie in der Tabelle noch abrutschen. „Wir wollen an die guten Vorstellungen gegen Oldenburg und Dortmund anknüpfen und versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Wir brauchen auf jeden Fall einen guten Rückzug, um das Metzinger Tempospiel zu unterbinden“, so Nico Kiener über eine der Stärken des württembergischen Nachbarn aus dem Ermstal. In der Abwehr muss der Göppinger Coach umstellen, wenn die auf den Halbpositionen verteidigenden Luisa Scherer und Lea Watzl fehlen sollten. Beide sind mit ihrem aggressiven Defensivverhalten eine Bank, setzen die gegnerischen Angreiferinnen fest und landen zudem immer wieder Steals, die zu schnellen Gegenstößen genutzt werden. Die Rolle der Spielgestalterin übernimmt neben Lea Neubrander wieder Lara Däuble, die beim 32:33 gegen Dortmund eine überzeugende Leistung zeigte und ihre Teamkolleginnen mit ihrer Dynamik mitriss. Auf das Kreisspiel mit Co-Spielführerin und Abwehrchefin Luisa Schulze liegt schon die ganze Saison über ein großes Augenmerk des Göppinger Spiels. Kieners Team nutzt die Größe, Stärke und Erfahrung der 132-maligen Nationalspielerin sehr gut aus. „Wir müssen gut stehen, brauchen den Rückhalt der Abwehr und unserer Torhüterinnen, dann eröffnen sich für uns Möglichkeiten wie im Hinspiel.“ Da konnten die FRISCH AUF Frauen ihre Trümpfe ausspielen und für sich verwerten. Viele davon müssen auch an diesem Samstag stechen, um Chancen auf etwas Zählbares zu haben.
Das ist auch Stephie Elies bewusst, der Bomberin aus dem Rückraum. „Wir wollen die beiden Punkte im Derby holen, auch wenn es womöglich personell etwas eng ist, um dann einen Zähler mehr in den weiteren Rundenverlauf mitzunehmen.“ Das Hinspiel sei in guter Erinnerung, dieses nehme man auch mit nach Tübingen. „Das war ein richtig tolles Spiel von uns mit einer Wahnsinns-Atmosphäre. Aber auch in den letzten beiden Partien haben wir gezeigt, dass wir wieder auf dem richtigen Weg sind.“ Wichtig sei, selber zu einfachen Toren über das Tempospiel zu kommen und leichte Ballverluste zu verhindern, die Metzingen sonst für sich zu schnellen Toren nutzen könne.




