Kiener-Team will die Kurve kriegen
Die zuletzt nicht mit Punkten überschütteten FRISCH AUF Frauen erwarten den in dieser Runde noch gänzlich sieglosen Buxtehuder SV
Beide Teams lechzen nach Punkten, denn beide wurden im Verlauf dieser Runde nicht gerade mit Punkten überhäuft: Während die auf Rang acht liegenden FRISCH AUF Frauen drei Siege einfahren konnten, wartet der Buxtehuder SV immer noch auf seinen ersten doppelten Punktgewinn. Zuletzt unterlagen beide jeweils mit einem Tor Differenz: die FRISCH AUF Frauen bei Union Halle-Neustadt mit 24:25, der Buxtehuder SV gegen die Sport-Union Neckarsulm mit 27:28.
An diesem Samstag um 19 Uhr wollen die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen gegen den Buxtehuder SV im direkten Aufeinandertreffen in der Göppinger EWS Arena die Kurve kriegen und nach dem jüngsten Nackenschlag mit dem bitteren Ausgang in Sachsen-Anhalt wieder zwei Zähler einfahren und den Abstand auf den BSV ausbauen, um in eine möglichst gute Ausgangslage für den weiteren Rundenverlauf zu kommen. Auch wenn es in diesem Jahr aufgrund des Rückzugs von HB Ludwigsburg keinen Direktabsteiger geben wird und man schlimmstenfalls in die Relegation gegen den Tabellenzweiten der 2. Liga müsste, will das Team von Trainer Nico Kiener dieses Szenario einem anderen Kontrahenten überlassen.
Punktemäßig haben die FRISCH AUF Frauen bislang zu viel liegen gelassen und vor allem in der Schlussphase eigentlich sicher geglaubte Zähler noch hergegeben und Führungen nicht für sich nutzen können. Die Auftritte zeigten aber, dass das Potenzial des Teams für mehr auf jeden Fall vorhanden ist. „Es gab Spiele wie gegen Dortmund und Blomberg, in denen wir keine Chance hatten. Aber in vielen anderen Partien war durchaus mehr für uns drin“, weiß Trainer Nico Kiener, dass sein Team einfach noch kaltschnäuziger werden muss und sich nicht aus der Ruhe bringen lassen darf, wenn der Gegner wieder herankommt. Die Göppingerinnen sollten sich vor dem anstehenden Heimspiel gerade die Partie gegen den jetzigen Rivalen aus der vergangenen Saison nochmals zu Gemüte führen und diese als Mutmacher mitnehmen. Damals siegten die Kiener-Schützlinge mit 33:30. Dieser Erfolg war der Türöffner in Richtung achter Platz, dem letzten Platz zur Qualifikation für die Playoffs.
Ihre einzigen beiden Punkte erzielten die Buxtehuder Handballerinnen, die von ziemlichem Verletzungspech verfolgt sind in dieser Runde und aufgrund des langfristigen Ausfalls zum Beispiel von Torhüterin Sophie Fasold ihre langjährige Keeperin Marie Andresen reaktiviert haben, im Hinspiel gegen die FRISCH AUF Frauen beim 32:32 und zuvor zur Einweihung ihrer neuen Sporthalle Nord gegen den Thüringer HC (29:29). Um neue Impulse zu setzen aufgrund des anhaltenden Negativlaufes hatte sich der Verein vor einigen Monaten von seinem fast 18 Jahre lang tätigen Coach Dirk Leun getrennt. Für ihn übernahm Nicolaj Andersson, der Bruder von Lasse Andersson vom Männer-Bundesligisten Füchse Berlin. Er bleibt allerdings nur bis Saisonende, zur neuen Runde kommt Jonas Schlender vom Zweitligisten HSV Solingen-Gräfrath.
Was in Buxtehude ist und wird, das interessiert die FRISCH AUF Frauen nur am Rande. Sie müssen sich auf sich selber konzentrieren und wollen das anstehende wichtige Heimspiel unbedingt gewinnen, dabei an das furiose Heimspiel gegen die TuS Metzingen anknüpfen und auch die lange Zeit starke Leistung gegen Bensheim/Auerbach. „Wir müssen wieder mehr Konstanz reinbringen, einfach über einen längeren Zeitraum und die schwachen Phasen schneller hinter uns lassen“, sagt Trainer Nico Kiener. „Sonst kommen wir langsam in eine Situation, die wir nicht wollten“, ergänzt die Sportliche Leiterin Birute Schaich. „Die beiden Punkte müssen jetzt einfach her.“ Das Team könne es und habe dies ja schon oft genug bewiesen.
Auch Ann Kynast, beim Rückspiel in Halle-Neustadt mit fünf Treffern beste Göppinger Werferin, will mit einem Heimsieg verlorenes Selbstvertrauen wieder zurückgewinnen. „Die vergangenen Spiele und insbesondere das letzte Spiel gegen Halle sind sehr unglücklich für uns gelaufen“, sagt die halbrechte Göppinger Rückraumspielerin, die es im Verlauf dieser Runde bislang auf 32 Tore brachte und die vor einigen Monaten mit der Verlängerung ihres Vertrages um drei Jahre ein langfristigesBekenntnis zu den FRISCH AUF Frauen abgab. „Wir ärgern uns selber sehr, dasswir jetzt schon länger keine Punkte mehr holen konnten. Wir wissen aber auch, dass wir das nicht mehr ändern können und nach vorne schauen müssen. Und da gibt es mit dem Heimspiel gegen Buxtehude die nächste Chance, endlich wieder zwei Punkte aufs Konto zu bringen. Darauf liegt unser Fokus und dafür haben wir diese Woche im Training alles gegeben, um das Heimspiel erfolgreich zu gestalten und uns endlich wieder zu belohnen.“




