Frisch Auf Frauen Göppingen
Mit unbändigem Willen zum Heimsieg
Bundesliga

19.5.2026|Autor*in: Frank Höhmann

Mit unbändigem Willen zum Heimsieg

Die FRISCH AUF Frauen liegen gegen Union Halle-Neustadt lange zurück, geben aber nie auf und gewinnen noch 28:25 (13:14)

Lange Zeit lagen die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen in ihrem letzten Heimspiel gegen den SV Union Halle-Neustadt zurück, doch mit unbändigem Willen gelang es dem Team von Trainer Nico Kiener, sich vor 2807 Zuschauern in der Göppinger EWS Arena doch noch 28:25 (13:14) durchzusetzen und mit zwei Zählern von seinem Publikum zu verabschieden. Das dankte es ihnen mit reichlich Applaus auf der Ehrenrunde. Das Bad in der Menge genossen besonders diejenigen Spielerinnen, die ihr letztes Heimspiel bestritten. Die FRISCH AUF Frauen konnten eigentlich ganz ohne Druck in die Partie gehen, doch sie agierten zunächst verkrampft. Man merkte ihnen an, dass sie das Spiel unbedingt erfolgreich gestalten wollten und leisteten sich dadurch im Passspiel und beim Abschluss einige Ungenauigkeiten, die der gut eingestellte Gast aus Halle zu nutzen wusste. Das Team von Trainerin Ines Seidler lag so nach knapp 20 Minuten mit 12:6 vorne. Doch die Gastgeberinnen steckten nicht auf, stabilisierten sich und kamen bis zur Pause wieder auf einen Treffer heran (13:14).

Nach dem Wechsel ging es zunächst jedoch so weiter wie in Durchgang eins. Frisch Auf leistete sich wieder einige unnötige Fehler, die die „Wildcats“ für sich verbuchten. Nach 41 Minuten hatten sie sich beim 21:17 wieder auf vier Tore von den FRISCH AUF Frauen entfernt. Göppingens Trainer Nico Kiener versuchte gegenzusteuern und ermahnte sein Team zu mehr Genauigkeit. Diese Aufforderung blieb nicht ohne Wirkung: Nachdem die Göppingerinnen durch einige technische Fehler und Ballverluste des Gegners zum Ausgleich gekommen waren (22:22, 45.) betätigte Gästetrainerin Ines Seidler den Buzzer. Doch mit der nun aufdrehenden Petra Hlogyik im Göppinger Tor, die gegen die frei zum Wurf gekommene Lilli Röpcke stark parierte, sorgte Sina Ehmann im Gegenzug mit dem 23:22 für die erste Göppinger Führung seit dem 1:0. Danach war wieder Hlogyik zur Stelle, und Gianina Bianco ließ im nächsten Angriff das 24:22 folgen.

In den letzten zehn Minuten blieb es eng, denn auch Halle kämpfte verbissen um die beiden Punkte, um der nun wahrscheinlichen Abstiegsrelegation gegen den Tabellenzweiten des Unterhauses zu entgehen. Doch obwohl die Gäste in der Schlussphase die Chance zum Ausgleich hatten, weil auch die FRISCH AUF Frauen in ihren Offensivaktionen Schwierigkeiten hatten, konnten sie den Spielstand nie egalisieren oder gar in Führung gehen. Nachdem Ann Kynast eine Minute vor dem Ende das 26:24 erzielt hatte, lief alles in Richtung Heimsieg. Eine Zwei-Minuten-Strafe ließ die Gastgeberinnen nochmals zittern, doch Halle warf die Kugel kurz darauf überhastet weg und Gianina Bianco machte mit dem 27:24 endgültig den Deckel drauf unter den dann 28:25-Sieg.

„Wir haben immer an uns geglaubt und auch nach den größeren Rückständen nie aufgegeben und sind immer drangeblieben. Wir sind alle überglücklich, dass wir mit einem Heimsieg aus dem letzten Heimspiel rausgehen können“, meinte die vierfache Torschützin Gianina Bianco, die wie die anderen Akteurinnen, die wechseln oder ihre Karriere beenden werden, fast die volle Spielzeit erhielt. Zusammen mit Sina Ehmann und Haruno Sasaki wurde Ann Kynast mit fünf Treffern beste Werferin in einem Göppinger Team, das einmal mehr durch seine Ausgeglichenheit und Breite punkten konnte.

Vor dem Spiel wurde der Sportlichen Leiterin des älteren Nachwuchsbereichs und Trainerin der U19, Anika Rohm, von Geschäftsführer Claus Mai das Jugendzertifikat der HBF überreicht, das Frisch Auf in dieser Saison erstmals erhalten hatte, „der nächste Baustein unseres vor ein paar Jahren eingeschlagenen Wegs“, wie Claus Mai betonte. Viele junge Spielerinnen aus der Region sind nun Teil des Göppinger Bundesligateams und werden es auch künftig sein.

So spielten sie:

FRISCH AUF Frauen: Hlogyik, Meißner; De Bellis, Beugels (1), Bianco (4), Bornhardt, Däuble (1), Ehmann (5), Elies (3), Kynast (5), Merz, Neubrander (2), Sasaki (5/2), Scherer (1), Schulze, Watzl (1)

SV Union Halle-Neustadt: Czaja, Kruggel; Pallas, Büch (1/1), Hertha (5), Röpcke (5), Östlund (5), Wagenlader, Strauchmann, Marksteiner (1), Gruber (5), Wipper, Polakova (3), Reuthal, Petika

Schiedsrichter: Kijowski/Strüder (Koblenz/Mainz)

Zeitstrafen: 4:2-Minuten

Zuschauer: 2807.

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