Frisch Auf Frauen Göppingen
Primus feiert glücklichen Sieg
Bundesliga

21.3.2026|Autor*in: Frank Höhmann

Primus feiert glücklichen Sieg

Bravourös kämpfende Göppinger Bundesliga-Handballerinnen unterliegen Primus Borussia Dortmund dramatisch mit 32:33 (15:16)

Was für eine Dramatik, was für eine Spannung, und was für ein bitteres Ende für die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen. Das Team von Trainer Nico Kiener unterlag dem Primus und neuen Pokalsieger Borussia Dortmund am Mittwochabend hauchdünn mit 32:33 (15:16) und stand zuvor dicht vor einem Coup. Dass es letztlich nicht mal zu einem Punkt reichte, war aus Sicht der Göppingerinnen zu einem Teil den Schiedsrichtern zuzuschreiben, die den letzten Angriff des BVB mit einigen wohlwollenden Entscheidungen begünstigten.

Der BVB agierte in dieser letzten Minute im Stile eines Spitzenteams und so traf Nationalspielerin Alina Grijseels die FRISCH AUF Frauen mitten ins Herz. Die Dortmunder Spielerinnen jubelten als hätten sie soeben den Pokal erneut gewonnen, mussten dann aber kurz unterbrechen, da erst Rücksprache mit dem Kampfgericht gehalten werden musste. Doch der Treffer zählte, der Ball war mit dem Schlusspfiff im Kasten der Göppingerinnen eingeschlagen. Die waren logischerweise bis aufs Äußerste niedergeschlagen.

„Wir hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt. Das Team hat klasse gekämpft, alles aus sich herausgeholt. Der Ausgang ist maximal bitter und schwer wegzustecken, zumal es beim Angriff zuvor keinen Siebenmeter für Sina Ehmann gegeben hat“, war Trainer Nico Kiener bedient. Was zuvor in vergleichbaren Situationen aus Sicht des Göppinger Trainers anders entschieden wurde. Außenspielerin Luisa Scherer kann es nur schwer fassen, was in dieser Spielzeit alles auf ihr Team einprasselt und die FRISCH AUF Frauen an Nackenschlägen wegstecken müssen. „Es tut einfach nur unfassbar weh, so unglücklich zu verlieren. Wir haben in dieser Partie aber einen weiteren Schritt nach vorne gemacht.“

Hallensprecherin Ania Rösler hatte es vor Spielbeginn nochmals angedeutet. „Das ist ein Riesenbrett, dass da heute wartet.“ Mit dem Spitzenreiter stellte sich ein echtes Schwergewicht in der EWS Arena vor. Doch die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen boten dem Tabellenführer Paroli, kämpften sich nach einem 21:26-Rückstand (45.) und Kieners letzter Auszeit zurück. Als Luisa Scherer zum 30:29 und zur ersten Göppinger Führung seit dem 14:13 traf, stand die Halle Kopf.

Mit ihrem aggressiven Abwehrverhalten machten die Kiener-Schützlinge den Gästen das Leben schwer. Die FRISCH AUF Frauen bekamen bei den Dortmunder Angriffen oft eine Hand dazwischen, konnten die Ballgewinne bei Überzahl aber nicht ausnutzen, da sie aus ihrer Abwehrzone zwei Mal neben das leere Dortmunder Tor warfen.

Frisch Auf führte zunächst 3:2, ehe die Gäste beim 8:6 nach 16 Minuten erstmals zwei Tore vorne lagen. Der erfrischende Auftritt der Göppingerinnen, die nur auf Haruno Sasaki (Muskelfaserriss) verzichten und auf Rückraum Mitte auf Lea Neubrander zurückgreifen konnten, die sich in der Spielgestaltung mit der stark aufspielenden Lara Däuble abwechselte, führte jedoch dazu, dass die Gastgeberinnen die Begegnung wieder drehen konnten. So hieß es aus Göppinger Sicht 13:11 (26.), doch der BVB konterte den Rückstand schnell, wollte sich gar nicht erst in größere Schwierigkeiten bringen lassen und nahm eine knappe 16:15-Führung mit in die Pause.

In die zweiten 30 Minuten starteten die Göppingerinnen schleppend, sahen sich nach 35 Minuten einem 15:19 ausgesetzt. Immer wieder war es die Norwegerin Guro Nestaker, die aus der zweiten Reihe traf und auch im Innenblock an der Seite von Emma Olsson Beton anrührte. Doch der BVB schien zu früh zu sicher zu sein, und plötzlich waren die Gastgeberinnen wieder im Spiel. Beim 32:30 war die Sensation greifbar, doch am Ende hatte der BVB den Sieg doch noch irgendwie unter Dach und Fach gebracht. Über das Wie wurde danach heftig diskutiert.

So spielten sie:

Frisch Auf Göppingen:
Hlogyik, Meißner; De Bellis, Beugels (5/3), Bianco, Däuble (4), Ehmann (5), Elies (1), Kynast (1), Merz, Neubrander (3), Scherer (7), Schulze (5), Watzl (1)
Borussia Dortmund:
Szikora, Wachter; Grijseels (6/4), Kusian, Antl (3), Langer, Kamp Nielsen, Lassource (3/1), Berland Husebo (4), Olsson, Vollebregt (4), Nestaker (8), Egeling, Bleckmann (5), Menne
Schiedsrichter:
Leon Bärmann/Nico Bärmann (Landau/Lampertheim)
Zeitstrafen: 2:8-Minuten
Zuschauer: 1660.

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