Göppinger Déjà-vu in Sachsen-Anhalt

27.1.2026
Kategorie
Bundesliga

Beim 24:25 (12:10) bei Aufsteiger Halle-Neustadt wird den FRISCH AUF Frauen nicht zum ersten Mal die Schlussphase zum Verhängnis

Es sind bittere Erfahrungen, die die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen in dieser Runde machen müssen. Sehr bittere. Nicht zum ersten Mal schienen die FRISCH AUF Frauen eine Partie auf ihre Seite ziehen zu können, führten wie im jüngsten Gastspiel beim SV Union Halle-Neustadt nach 45 Minuten mit 20:15, um nach 60 Minuten mit 24:25 (12:10) doch ohne Punkte dazustehen. Nicht zum ersten Mal wurde dem Team von Trainer Nico Kiener dabei die Schlussphase zum Verhängnis.

„Ich kann das Ganze noch gar nicht richtig fassen. Wir haben den Ball neun Sekunden vor Schluss, nachdem Halle verworfen hat, verlieren ihn in der Vorwärtsbewegung und bekommen dann einen Wurf ins leere Tor“, war Stephie Elies sichtlich konsterniert ob der Verkettung unglücklicher Umstände, mit welcher gegen die sich zurückziehenden Gastgeberinnen nicht zu rechnen war. Erst recht nicht mit einem Göppinger Ballverlust. Nachdem die „Wildcats“ zum Ausgleich gekommen und beim 24:23 (57.) erstmals in Führung gehen konnten, stellte Nico Kiener wie in den letzten fünf Minuten des ersten Durchganges auf die siebte Feldspielerin um, was gut funktioniert hatte. Frisch Auf kam durch Lea Neubrander zum Ausgleich, hatte dann beim Hallenser Pfostentreffer das Glückauf seiner Seite, ließ sich die Kugel bei seinem letzten Angriff aber von Lea Gruber stibitzen. Gruber warf ins verwaiste Tor, wo die Kugel drei Sekunden vor Schluss über die Linie kullerte. Die zuvor in Richtung Bank gelaufene Frisch-Auf-Keeperin Petra Hlogyik spurtete zwar zurück, konnte aber nichts mehr ausrichten.

Was folgte, war grenzenloser Jubel beim Aufsteiger nach seinem nun dritten Saisonsieg in Folge. Entsetzen und versteinerte Mienen dagegen beim Göppinger Team. „Diese Niederlage tut sehr, sehr weh. Die Dinge wiederholen sich in dieser Saison. Wir schaffen es einfach nicht, die Führung und das Spiel ins Ziel zu bringen, spielen uns zwar immer wieder klare Chancen heraus, lassen diese aber liegen und der Gegner dreht die Partie“, sagte Trainer Nico Kiener. „Es ist ein tiefes Tal, das wir durchschreiten und aus dem wir nun wieder herauskommen müssen, aber das haben wir zuvor geschafft und das wird uns auch dieses Mal wieder gelingen.“

Von Beginn an entwickelte sich kein Leckerbissen für Handballästheten, was auch der Wichtigkeit der Partie geschuldet war. Der Spielfluss stockte auf beiden Seiten, die Teams boten sich durch Fehler gegenseitig etwas an. Die zuletzt schon starke Göppinger Schlussfrau Celina Meißner knüpfte an ihre Vorstellungen aus den vergangenen Wochen an und so gelang es den Gästen, sich im Verlauf der ersten Hälfte doch ein Stück weit von den Wildkatzen zu lösen (10:6, 18. und 12:8, 27.). Die Gäste drückten nicht aufs Tempo und spielten die Angriffe langsam aus. Neben der am Knie operierten Sina Ehmann fehlte Abwehrchefin Luisa Schulze verletzt. Die war aber nach Sachsen-Anhalt mitgereist, unterstützte ihr Team von der Bank aus, das mit Stephie Elies und Louisa De Bellis im Mittelblock agierte. Später durfte hier die junge Aylin Bornhardt ran, die dann auch am Kreis zum Zuge kam. 

 

Das Duell blieb in Durchgang zwei recht zerfahren, dennoch steuerten die Gäste nach ihrer zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Führung auf Kurs in Richtung zwei Punkte. In der Crunchtime fuhr dann jedoch die Torhüterinder „Wildcats“, Ela Szott, die Krallen aus und sorgte mit ihren Paraden dafür, dass der Vorsprung der FRISCH AUF Frauen mehr und mehr schmolz. Die Schlussphase geriet zur absoluten Nervenschlacht. Als Halle am Pfosten scheiterte, hatten die Gäste neun Sekunden auf der Uhr und sogar noch die Chance auf die volle Punktzahl. Übrig blieb jedoch purer Frust. Wie schon zuvor in Zwickau und in Neckarsulm.  

Den Bock umstoßen, das muss den FRISCH AUF Frauen nun im anstehenden Heimspiel gegen den noch sieglosen Buxtehuder SV gelingen. Dem erging es am vergangenen Wochenende auch nicht viel besser, er verlor gegen Neckarsulm ebenfalls mit einem Tor Unterschied. 

So spielten sie:

SV UnionHalle-Neustadt: Szott, Kriesel; Gratwohl, Pallas(1), Molenaar (3), Marksteiner (1), Östlund (4), Büch (2), Hertha (2), Gruber(2), Polakova, Röpcke (4), Reuthal (3/1), Petika (2), Kieffer (1), Strauchmann

FRISCH AUF Frauen: Hlogyik, Meißner; De Bellis, Beugels, Bianco (1), Bornhardt (1), Däuble (2), Elies (4), Kynast (5), Neubrander (4), Sasaki (3/2), Scherer (1), Watzl (3)

Schiedsrichter: Thomas Kern/Thorsten Kuschel(Bellheim/Kandel)

Zeitstrafen: 2:2-Minuten

Zuschauer: 1012.