Mit neuem Mut ins Nord-Süd-Duell

1.3.2026
Kategorie
Bundesliga

An diesem Sonntag um 14.30 Uhr treten die FRISCH AUF Frauen zum TV-Livespiel beim Tabellenfünften VfL Oldenburg an

Es ist eine Bilanz, die Mut macht für das anstehende vorletzte Auswärtsspiel der Hauptrunde: An diesem Sonntag um 14.30 Uhr (live zu sehen im TV bei DF1) sind die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen zu Gast beim VfL Oldenburg, gegen den sie alle drei Partien seit dem Wiederaufstieg in das Oberhaus gewinnen konnten. Und so rechnet man sich auf Göppinger Seite beim Gastspiel an der Hunte durchaus etwas aus, auch wenn der Kontrahent auf dem fünften Tabellenplatz steht und nach der Niederlage des Thüringer HC im direkten Duell noch auf den vierten Platz und damit den Einzug in die Playoffs um die Meisterschaft schielen kann.

„Wir wollen raus aus unserem Tief und in den letzten vier Spielen vor der dann folgenden entscheidenden Saisonphase noch vier Zähler holen“, sagt die Sportliche Leiterin Birute Schaich. Dann könnte man vielleicht Platz acht verteidigen und mit einem kleinen Punktevorsprung in die Platzierungsrunde gehen. Nach dem Sieg von Union Halle-Neustadt im Ostduell gegen Sachsen Zwickau am vergangenen Mittwoch sind die Teams von Platz acht bis elf nur noch durch einen Zähler voneinander getrennt. „Wir müssen derzeit viel Aufbauarbeit leisten. Die Situation ist wirklich nicht leicht, weder für uns, noch für das Trainerteam, noch für die Spielerinnen“, berichtet Birute Schaich. „Jeder überlegt, was er besser machen und wo er noch den Hebel ansetzen kann, um den Negativlauf zu beenden. Es ist eine Situation, die man sich nicht wünscht und die wir nun gemeinsam meistern müssen.“

Zwei Punkte im hohen Norden wären Balsam auf die zuletzt schmerzhaften Wunden, denen den Göppingerinnen zugefügt wurden. Speziell beim letzten Auswärtsspiel in Blomberg, bei dem man eine Lehrstunde vom Titelanwärter erhielt. „Wir sind durch unsere Fehler überhaupt nicht ins Abwehrspiel gekommen, da Blomberg zu vielen Gegenstoßtreffern kam und diese im Stile einer Spitzenmannschaft gnadenlos ausgenutzt hat“, sagt Trainer Nico Kiener rückblickend auf die höchste Saisonniederlage (22:40). Aus dem gebundenen Spiel heraus steht die Göppinger Abwehr normalerweise sehr gut. Das war auch in der Anfangsviertelstunde in Blomberg der Fall, ehe der Faden im Angriff komplett riss. In Oldenburg will das Kiener-Team nun neu angreifen. Getreu dem Motto: Neues Spiel, neues Glück, neue Chance auf zwei Punkte. In den Kader zurückkehren werden die zuletzt krankheitsbedingt fehlende Torhüterin Celina Meißner und Sina Ehmann nach ihrer Operation am Meniskus. „Ob und wie lange Sina eingesetzt werden kann, müssen wir abwarten. Aber es ist wichtig, dass sie wieder dabei ist und auch im Training wieder mitwirken konnte“, so Kiener.

Der Göppinger Coach und sein Team werden an diesem Samstag gen Norden reisen und das letzte Training vor der Partie in Hildesheim absolvieren, da die heimische EWS Arena am Freitag nicht zur Verfügung stand. „Zuletzt in Blomberg haben wir es nicht gut gemacht, aber das ist abgehakt, jetzt geht es gegen einen ganz anderen Gegner mit einer ganz anderen Spielphilosophie. Da müssen wir uns auf einige taktische Varianten einstellen. Für uns geht es in erster Linie darum, unsere Leistung über 60 Minuten zu stabilisieren. Das haben wir in den vergangenen Partien nur zum Teil geschafft.“ Das Team wolle endlich wieder ein Erfolgserlebnis und arbeite zielstrebig darauf hin. „Das gute Gefühl aus den bisherigen Begegnungen mit Oldenburg nehmen wir mit, wissen aber, dass auf uns ein gestandener Erstligist wartet.“

Mariel Beugels, die nach ihrer Schwangerschaftspause inzwischen auf dem linken Flügel agiert wie in ihrer Zeit in Schweden und bei der Partie in Blomberg drei Treffer erzielen konnte, sieht ihr Team in diesem Auswärtsspiel nicht ohne Chance. „Es lief zuletzt nicht gut für uns und Oldenburg steht auf Rang fünf in Reichweite zu Platz vier, aber wir haben die bisherigen drei Partien für uns entschieden. Deshalb glauben wir daran, auch dieses Mal punkten zu können.“ Man müsse wieder die Kombination aus Abwehr- und Angriffspiel hinbekommen. Wichtig sei, wieder an die Leistungen vom Beginn der Spielzeit anzuknüpfen, „dann können wir durchaus etwas mitnehmen. Zwei Punkte würden uns nach der längeren Durststrecke nun wirklich sehr, sehr gut tun“.

Frank Höhmann