Wieder ebenbürtig, aber der Gegner holt die Derbypunkte

31.3.2026
Kategorie
Bundesliga

Die personell dezimierten FRISCH AUF Frauen bieten der TuS Metzingen die Stirn, verlieren aber 31:34 (19:17)

Sie trotzten allen Widrigkeiten, steckten die Ausfälle des Quartetts um Aylin Bornhardt, Luisa Scherer, Haruno Sasaki und Lea Watzl weg und auch die frühe Rote Karte gegen Co-Kapitänin und Abwehrchefin Luisa Schulze (25.). Doch aller Kampf, aller Einsatz, alles Verausgaben war letztlich vergebens. Am Ende eines ebenbürtig geführten Derbys mit etlichen Wendungen standen die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen einmal mehr ohne Punkte da. In der gut besuchten Tübinger Paul-Horn-Arena unterlag das Team von Trainer Nico Kiener der TuS Metzingen in seinem vorletzten Hauptrundenspiel mit 31:34 (19:17) und muss nun am Samstag gegen Zwickau unbedingt gewinnen, um Platz neun zu erreichen und mit zumindest drei Zählern in die dann folgende entscheidende Saisonphase zu starten.

„Wir haben ein gutes Spiel gezeigt, aber in der Schlussphase einfach keine Lösung mehr gegen die Metzinger Abwehr gefunden“, analysierte Göppingens Lara Däuble, die nahtlos an ihre starke Vorstellung gegen Dortmund anknüpfte und zusammen mit Gianina Bianco beste Werferin ihres Teams wurde. 7/3-Treffer gelangen der Linkshänderin, die gemeinsam mit Sina Ehmann mit Mut und Überzeugung auf die Abwehr draufging. „Wir hatten eine starke Schlussphase und haben trotz des Rückstandes nie aufgegeben und die Partie dann noch für uns entschieden. Das war so wichtig heute nach unseren letzten schlechten Wochen zuvor“, konstatierte die auf Metzinger Seite mit elf Treffern herausstechende Naina Klein, die die letzten beiden Treffer des Lokalduells erzielte gegen ins Risiko gehende FRISCH AUF Frauen. Die 26-Jährige tat dem Team von Trainer Nico Kiener aber besonders mit ihren Gewaltwürfen aus dem Rückraum weh. Wirkliche Sicherheit verlieh das den „TusSies“ jedoch nicht, auch sie boten den Gästen immer wieder etwas an und ließen Chancen liegen. Und so wogte das Derby hin und her, mal lag Metzingen vorne, mal die FRISCH AUF Frauen, die mit einem 19:17-Vorsprung in die Pause gingen, da sich die Pink Ladies in ihrem letzten Angriff noch den Ball klauen ließen, was Mariel Beugels zu einem weiteren Göppinger Treffer ausnutzte.

Nach dem Wechsel drehten die Gastgeberinnen den Pausenrückstand bis zur 36. Minute in ein 22:21, lagen danach aber wieder hinten. Trainer Nico Kiener hatte bereits in der ersten Hälfte sein Team dazu aufgefordert, mehr das Spiel über die Außen und den Kreis zu suchen. Nachdem die Option Luisa Schulze weggebrochen war, wurde dies erschwert, doch lief es vor allem über die rechte Außenbahn in Person von Gianina Bianco sehr gut. Von der Siebenmeterlinie aus offenbarten die Göppingerinnen allerdings Schwächen. Drei von sechs Strafwürfen fanden nicht den Weg ins Ziel. „Es ist immer schwierig, bei der TuS Metzingen zu gewinnen. Wir haben es sehr gut gemacht, waren dieses Mal wesentlich näher dran als im ersten Jahr nach dem Aufstieg. Am Ende entscheiden Nuancen“, so Trainer Nico Kiener. Und nicht zum ersten Mal gaben diese gegen die gleichauf agierenden FRISCH AUF Frauen den Ausschlag, denen beim Stande von 32:31 für Metzingen ein leichter Fehler unterlief wie auch schon zuvor, als sie 30:27 (48.) vorne lagen und hätten per Gegenstoß auf vier Tore wegziehen können. Danach folgten fünf TuS-Tore in Serie, deren drei von der Ex-Göppingerin Selina Lindemann.

„Es soll gerade einfach nicht sein. Das ist wirklich bitter, wenn du so gut dagegenhältst“, bilanziert die Sportliche Leiterin Birute Schaich. Und so stand das Göppinger Team einmal mehr niedergeschlagen auf dem Feld und musste dem Gegner beim Jubeln zusehen, dem es in nicht viel nachgestanden hatten. Immerhin: Die Form stimmt bei den Frisch-Auf-Frauen. Und das lässt für die Playoff-Runde optimistisch dreinblicken, in der die notwendigen Zähler eingefahren werden sollen, um sich ohne den Umweg Relegation den erneuten Klassenerhalt zu sichern.

So spielten sie:

TuS Metzingen: Weiss, Suba; Lindemann (5), Tröster (2), Petzold (1), Klein (11), Franz (6), Schlegel, Goldammer, Sabatnig, Demmel, Bitolo (5/1), Schlipf, Svenja Hübner (4), Carolin Hübner
FRISCH AUF Frauen: Hlogyik (ab 40.), Meißner; De Bellis (1), Beugels (2), Bianco (7), Däuble (7/3), Ehmann (4), Elies (1), Kynast (4), Merz, Mohr, Neubrander (2), Schulze (3)

Schiedsrichter: Sophia Janz/Rosana Sug (Köln/Wiehl)

Zeitstrafen: 4:6-Minuten
Rot: Schulze (25.)

Zuschauer: 1814.