Göppinger Jubel nach mitreißendem Krimi
Die FRISCH AUF Frauen ringen den BSV Sachsen Zwickau mit 29:27 (14:13) nieder, beenden die Hauptrunde aber trotzdem als Neunter
Endlich wieder Jubel. Und was für einer: Mit 29:27 (14:13) rangen die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen in ihrem letzten Hauptrundenspiel den BSV Sachsen Zwickau nieder und feierten den ersten Sieg im Jahr 2026. Nach dem mitreißenden Krimi vor 1900 bestens unterstützenden Zuschauern wurde gejubelt, getanzt, geklatscht, sich geherzt, die Freude bis unters Dach der Göppinger EWS-Arena herausgeschrien. Es entlud sich mit einem Mal, was sich in den vergangenen Wochen trotz starker Leistungen an Enttäuschung über unglückliche, ärgerliche und vermeidbare Punktverluste angestaut hatte.
„Das war so wichtig heute, dass wir dieses Spiel für uns entschieden haben. Es kam zuletzt so viel zusammen, es hatte immer unterschiedlichste Gründe, dass es uns nicht gelungen ist, die Spiele zu gewinnen und uns zu belohnen. Auch heute war es wieder ein Stück weit anders, aber das Team hat gezeigt, dass es in der Lage ist, auch solch enge Partien in der Schlussphase auf seine Seite zu ziehen“, frohlockte Göppingens Trainer Nico Kiener. „Ich bin einfach nur wahnsinnig glücklich und sehr stolz auf das Team. Wir haben nach dem Rückstand nicht aufgesteckt und uns die Führung wieder zurückerkämpft. Es sind schon einige Steine gepurzelt nach den letzten Wochen“, meinte Co-Spielführerin Luisa Schulze. „Super, dass wir dieses Ding rumgerissen haben“, stimmte Kreisläuferin und Kapitänin Louisa De Bellis mit ein. Man habe in dieser Saison häufig unglücklich verloren. „Mal haben wir selber es nicht hinbekommen, mal hat das nötige Quäntchen Glück gefehlt, mal haben die Schiedsrichter nicht unbedingt für uns entschieden. Mit diesem Erfolg gehen wir gestärkt in die Playoffs und wollen uns hier nun den Klassenerhalt sichern.“
Trotz des eigenen Erfolges im direkten Duell und des 29:30 des Buxtehuder SV gegen Union Halle-Neustadt springen die Göppingerinnen in der Tabelle aber nicht auf Platz acht, sondern bleiben Neunter und starten daher mit drei Punkten. Grund hierfür ist eine Sonderregelung, die wegen der nachträglich mit 2:0-Punkten und 0:0-Toren für Zwickau gewerteten Spiels beim VfL Oldenburg greift. Damit treffen die Göppingerinnen nun am Sonntag, 19. April um 14.30 Uhr in eigener Halle zum Auftakt der Playoff-Runde, wie könnte es fast schon anders sein, erneut auf Dauerrivale Zwickau.
Das emotionale, mit packenden und einigen hitzigen Zweikämpfen geführte Duell wurde in der ersten Hälfte über weite Strecken von den FRISCH AUF Frauen dominiert, die 5:3 (13.) und wenig später 8:4 führten. Trotz einer Hinausstellung hielten die Gastgeberinnen ihren Vier-Tore-Vorsprung. Lara Däuble verwandelte alle Siebenmeter, während die gut aufgelegte Frisch-Auf-Schlussfrau Celina Meißner gleich zwei Strafwürfe des BSV entschärfen konnte. Laura Szabo scheiterte zudem ein Mal am Pfosten. Im Gegenzug netzte Gianina Bianco zum 12:7 ein. Zwei Zeitstrafen kurz nacheinander halfen den Gästen heranzukommen und auszugleichen. Däuble sorgte mit ihrem fünften Treffer für das 14:13. Meißner hielt die knappe Göppinger Führung im Gegenzug fest. Es blieben zwar noch einige Sekunden auf der Uhr, doch die FRISCH AUF Frauen erhielten nach dem Foul an Däuble nur einen Frei- und keinen Strafwurf.
Durchgang zwei begannen die Kiener-Schützlinge hellwach, aber die Gäste waren nicht gewillt klein beizugeben und zeigten keinerlei Ermüdungserscheinungen, obwohl es für sie das dritte Spiel in einer Woche war. Der Adrenalinspiegel tat sein Übriges, beide Teams waren voll on fire und kämpften leidenschaftlich um die bestmögliche Ausgangsposition und Punktzahl für die anstehenden entscheidenden sechs Partien. Hatten zuletzt immer die Göppinger Gegnerinnen nach Spielschluss gejubelt, waren es dieses Mal die FRISCH AUF Frauen, die mit ihren Anhängern ausgelassen feiern konnten und den Applaus der Fans sichtlich genossen.
So spielten sie:
FRISCH AUF Frauen: Hlogyik, Meißner; De Bellis, Beugels, Bianco (4), Bornhardt, Däuble (9/5), Ehmann (8), Elies (2), Kynast, Merz, Mohr, Neubrander (4), Schulze (1), Watzl (1)
BSV Sachsen Zwickau: Janßen, Curth; Szabo (5/4), Gierga, Kähr, Petersen (4), Walkowiak, Hasselbusch (2), Niewiadomska, Nakayama (4), Stens (6), Reuter, Steverink (6)
Schiedsrichter: Markus Kauth/Andre Kolb (München/Gröbenzell)
Zeitstrafen: 10:8-Minuten
Zuschauer: 1900.




