Krasser Außenseiter an der Lippe
An diesem Mittwoch um 19 Uhr gastieren die zuletzt arg gebeutelten FRISCH AUF Frauen bei Titelkandidat HSG Blomberg-Lippe
Als krasser Außenseiter reisen die zuletzt arg gebeutelten Göppinger Bundesliga-Handballerinnen an diesem Mittwoch um 19 Uhr zum vom Wochenende vorgezogenen Spiel beim Tabellenzweiten HSG Blomberg-Lippe. Der Titelkandidat bestreitet am Sonntag sein letztes Gruppenspiel in der EHF European League, wo er zuletzt 31:27 im französischen Chambray gewann, was aber nicht mehr zum Einzug ins Viertelfinale reicht. Nach dem 32:41 im Derby gegen die Sport-Union Neckarsulm geht es für das Team von Trainer Nico Kiener darum, „unsere Leistung zu stabilisieren und in der Abwehr wieder besser zu stehen. Wir brauchen mehr Kompaktheit als zuletzt.“
Noch belegen die FRISCH AUF Frauen den achten Tabellenplatz, doch das Polster auf das Trio aus Zwickau, Buxtehude und Halle-Neustadt ist nach den jüngsten Nackenschlägen dünn geworden. „Wir müssen diese Phase geneinsam meistern und überstehen, der Zusammenhalt ist jetzt enorm wichtig, es ist wirklich keine einfache Phase, die wie gerade durchlaufen“, berichtet der Göppinger Trainer. „Wir müssen weitermachen und dürfen uns nicht unterkriegen lassen. Irgendwann haben wir dann vielleicht auch mal das Glück auf unserer Seite.“ Mit einer Rückkehr von Sina Ehmann und Stephie Elies ist an der Lippe noch eher nicht zu rechnen. „Bei Stephie müssen wir abwarten, wie sich ihr Gesundheitszustand entwickelt und schauen dann kurzfristig“, so der Trainer. Sina Ehmann habe nach ihrer Operation am Meniskus bereits erste Trainingseinheiten mit dem Team absolviert. „Wir peilen eine Rückkehr beim Auswärtsspiel in Oldenburg an“, sagt die Sportliche Leiterin Birute Schaich.
Die Aussicht auf Punkte in der Sporthalle an der Ulmenallee ist gering, doch hat vor Kurzem der BSV Sachsen Zwickau das Team von Trainer Steffen Birkner lange geärgert. Schon von vornherein klein beigeben, das wollen die Göppingerinnen auf keinen Fall. „Wir müssen trotz allem positiv bleiben und an uns glauben. Mental ist das alles gerade sehr herausfordernd für uns“, sagt Spielmacherin Lea Neubrander. „Wir hatten in der jüngeren Vergangenheit viele Aufs, eine solche Situation kennen wir bislang nicht und ist ungewohnt für uns.“ Es sei natürlich schwierig, wenn man sich auf jedes Spiel intensiv vorbereite und es dann wieder nicht klappe und man so deutlich verliere wie jetzt gegen Neckarsulm. „Ich hoffe, dass die Zuschauer trotzdem weiterhin zu unseren Heimspielen kommen und uns unterstützen. Es ist ja auch so immer viel geboten im Hintergrund, von dem wir nicht so viel mitbekommen. Wir versuchen unser Bestes auf dem Feld zu geben und wollen die Hauptrunde so gut wie möglich beenden. Aber entscheidend sind die sechs Spiele, die danach anstehen, denn auf diese sechs Spiele kommt es letztlich ganz besonders an.“
Wichtig ist hierfür, die Defensive wieder zu stärken und zu so einem Bollwerk werden zu lassen wie es bei den Heimsiegen gegen Oldenburg und Metzingen der Fall war. Was an diesem Mittwoch in Blomberg schwer genug werden dürfte, denn die HSG ist bekannt für ihre Explosivität über Jung-Nationalspielerin Nieke Kühne und ihre wieselfinke Nationalmannschaftskollegin Alexia Hauf.
Die Göppinger Hoffnungen ruhen auf einem Sahnetag und dass bei der HSG nicht alles rund läuft und die englischen Wochen vielleicht etwas Tribut zollen. „Die Verhältnisse sind klar, zu verlieren haben wir in Blomberg rein gar nichts, sagt Birute Schaich. Irgendwie wieder mehr Selbstvertrauen erlangen vor der Schlussphase der Hauptrunde und sich an den guten Dingen hochziehen, das muss auch ein Ziel sein für die kommenden Spiele. „Wir versuchen das Team so gut es geht von außen zu unterstützen und positiv einzuwirken.“ Ein Erfolgserlebnis würde das Zutrauen bei allen wieder stärken und ein Stück weit verlorene Leichtigkeit zurückgeben. „Wir sind oftmals nahe dran, aber es reicht dann eben nicht über die komplette Spielzeit.“ Und wenn es dann nicht laufe und sich erste Fehler einschlichen, führe eines zum anderen. Mit einem Sieg oder Punktgewinn könnten sich die Verhältnisse schnell wieder umkehren.
Noch stehen drei Teams hinter den FRISCH AUF Frauen. Am Saisonende sollte es zumindest eines sein. Und nur darum geht es in den nächsten Wochen und Monaten: das Nervenspiel Relegation zu vermeiden.




