Lange wie aus einem Guss
Mit dem souveränen 36:29 (19:12)-Sieg gegen den FSV Mainz 05 setzen sichdie FRISCH AUF Frauen in der Spitzengruppe fest

 

Lange haben die FRISCH AUF Frauen im Verfolgerduell gegen den FSV Mainz 05 wie aus einem Guss agiert: Und auch wenn es nach einemzwischenzeitlichen Zehn-Tore-Vorsprung (27:17, 40.) einen kurzen Durchhänger gab, fuhr das Team von Trainer Nico Kiener am Ende einen ungefährdeten und auch in der Höhe verdienten 36:29 (19:12)-Erfolg ein. „Ich bin zufrieden mit der Leistung und dem Ergebnis“, sagte der Göppinger Coach. „Die zuletzt thematisierte und trainierte Zusammenarbeit der Außen- und Kreisläuferinnen hat sehr gut geklappt.“ Das habe zu vielen Toren geführt, die zuletzt eher über den Rückraum entstanden seien. Auch die Breite des Kaders zahlte sich aus, so konnten die leicht angeschlagenen Sina Ehmann (Oberschenkel) und Lina Krhlikar (Achillessehne) für die kommenden Aufgaben geschont werden.

„Man hat heute gesehen, dass jede von uns im Angriff Verantwortung übernehmen kann. Wenn wir als Team gemeinsam in die Aktionen gehen, kann man uns nur schwer stoppen“, bilanzierte Kreisläuferin Alexandra Tinti und ergänzte: „Unsere Abwehr stand lange Zeit sehr gut und ging konsequent zur Sache.“ Genau diese Aggressivität schmeckte den Gästen überhaupt nicht, die von den Frisch-Auf-Frauen permanent ins Zeitspiel gedrängt wurden. „Wir waren in der ersten Hälfte viel zu lethargisch und kassieren fast schon so viele Tore wie bei unserem Sieg in Ketsch in den ganzen 60 Minuten. Mit der zweiten Hälfte kann ich leben. Wenn es uns gelingt, auf vier Tore zu verkürzen, hätte vielleicht noch etwas gehen können“, lautete das Fazit von Gästecoach Florian Bauer.

Nicht nur das Punktekonto der Göppingerinnen wuchs am Samstag an, auch die Besucherzahl. „Das freut uns sehr und spornt an. So viele Zuschauer hat bei den Frauen momentan kaum ein anderer Club“, sagt Kiener. „So darf es weitergehen. Das war insgesamt ein sehr souveräner Auftritt“, ergänzte Geschäftsführer Claus Mai nach dem fünften Sieg in Serie. Die Mannschaft finde immer besser zusammen und meistere auch kritischere Situationen. In solchen zeigen nicht nur die Routiniers im Team ihre Klasse, sondern auch die Youngsters. Die zur zweiten Hälfte eingewechselte Luisa Scherer, mit Lotta Woch beste Torschützin, bremste die Morgenluft witternden Gäste mit ihren wichtigen Treffern zum 29:23 und30:24 aus.

Anders als gegen Lintfort legten die Göppinger Handballerinnen dieses Mal einen Bombenstart hin. Den zunächst einzigen Wechsel gab es zwischen den beiden Schweizerinnen. Für Lisa Frey kam in der Offensive Pascale Wyder, die mit ihrem sehenswerten Schlagwurf zum 6:1 (10.) und einer nicht zu bändigenden Woch maßgeblich für den schnellen Vorsprung verantwortlich zeichnete. Dieser schmolz in der Folge nicht. Im Gegenteil: Nach seiner ersten Auszeit sah Bauer nach Anja Bruggers Treffer zum 10:4 (15.) erneut Gesprächsbedarf. Zwar konnte die nun eingewechselte Tabea Coors gleich zwei Würfe der Frisch-Auf-Frauen abwehren, doch bis zur Pause hatten sich die Göppingerinnen auch von der 5:1-Deckung der Gäste nicht beirren lassen und führten 19:12.

Nach dem Wechsel lief es für die Kiener-Schützlinge zunächst weiter wie am Schnürchen. Die Treffer fielen wie reife Früchte und auch eine doppelte kurze Deckung gegen Woch und Wyder brachte die Gastgeberinnen nur kurz aus dem Tritt. Jule Jacobs und Elisa Burkholder ließen Mainz hoffen, doch mit einem Doppelschlag zum 33:25 (54.) machten Frey und Francikova bei Überzahl alles klar.


So spielten sie:

FRISCH AUF Frauen: Bocka (ab 47.), Kaminska; Brugger (4), Borutta (2), Wolf (1), Frey (3), Woch (7/2), Schlegel (1), Tinti(2), De Bellis (2), Francikova (5), Ehmann, Wyder (2), Krhlikar, Scherer (7)
FSV Mainz 05: Nina Kolundzic, Coors; Fischer (1), Michailidis (2), Schulze, Jacobs (8), Hermenau(4/2), Großheim, Karl, Grawe, Wagner (6), Burkholder (7), Tina Kolundzic (1)
Schiedsrichter: Jan Lier/Manuel Lier (Münchingen/St. Gallen)
Zeitstrafen:0:8-Minuten
Zuschauer:712.