Übrig bleibt ein Punkt zu wenig

3.2.2026
Kategorie
Bundesliga

Zur Pause 14:17 hinten, nach 55 Minuten 31:28 vorne, kassieren die FRISCH AUF Frauen im Heimspiel gegen den Buxtehuder SV eine Sekunde vor Schluss per Siebenmeter den Ausgleich zum 32:32-Unentschieden

Sie wollten die Kurve kriegen und beinahe hätte es funktioniert. Wäre da nicht diese verflixte Schlussphase, die ihnen nun schon wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Mit einem eine Sekunde vor dem Ende verwandelten Siebenmeter kassierten die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen gegen den Buxtehuder SV den Ausgleich zum 32:32 (14:17)-Unentschieden. Das Gefühl danach? „Bescheiden. Nett ausgedrückt“, brachte es Co-Kapitänin Luisa Schulze auf den Punkt. Wie nach einem Schluck Bitter Lemon. Richtig genussvoll geht anders.

Göppingens Torhüterin Celina Meißner, die mit 15 Paraden an ihre Topform der vergangenen Partien anknüpfte, war im ersten Moment den Tränen nahe. „Es war die letzte Aktion des Spiels, da willst du als Torhüterin den Ball unbedingt halten, erst recht bei so einem Spielstand. Wir machen es in Hälfte zwei viel besser als in den ersten 30 Minuten, führen mit drei Toren und am Ende bleibt uns nur ein Punkt. Es ist eine sehr schmerzhafte Phase, die wir derzeit durchlaufen, aber wir können uns nicht lange mit der Partie befassen, da es bereits am Mittwoch in Thüringen weitergeht“, sagte die niedergeschlagene Keeperin der FRISCH AUF Frauen. 

Das Team von Trainer Nico Kiener hatte vor knapp 2000 Zuschauern in der EWS-Arena nur schleppend in die Partie gefunden und in dem kompromisslos und keinesfalls wie einen sieglosen Tabellenelften auftretenden Gegner eine harte Nuss zu knacken, der nach 13 Minuten 6:2 führte und im Verlauf der Partie immer wieder Nationalspielerin Jolina Huhnstock am Kreis suchte und fand. Chancen hatten die Frisch-Auf-Frauen in der ersten Hälfte dennoch zuhauf, Göppingens Sportliche Leiterin Birute Schaich zählte aber elf vergebene Würfe. 

In Hälfte zwei wurden die Gastgeberinnen dann von Minute zu Minute selbstbewusster und konnten mit Biss, Leidenschaft und Kampfgeist und angetrieben von der Halle beim 21:20 in der 41. Minute die erste Führung überhaupt in der Begegnung bejubeln. Und es hätte diese eine Partie werden können, die man sich nach der jüngsten Anzahl an Nackenschlägen wünscht. Ein richtiger Befreiungsschlag eben. Und genau nach diesem sah es fünf Minuten vor dem Ende aus, als die FRISCH AUF Frauen mit drei Toren Differenz führten (31:28). 

Doch es kam wie schon in etlichen Begegnungen zuvor: „Wir machen den Sack einfach nicht zu. Das ist so bitter“, meinte Coach Nico Kiener nach dem Schlusspfiff des spannenden Süd-Nord-Duells mit einem aus Göppinger Sicht in die Tonne zu tretenden Ausgang. „Uns fehlt einfach ein Stück weit die Cleverness, den letzten Angriff müssen wir trotz des Zeitspiels besser ausspielen und abschließen“, sagte Birute Schaich. So kamen die Gäste 18 Sekunden vor dem Ende nochmals in Ballbesitz, Gästecoch Nicolaj Andersson drückte auf den Buzzer und brachte anschließend die siebte Feldspielerin. Was folgte, war der Unheilspfiff aus Göppinger Sicht so kurz vor Spielende. 

Vom Glück verfolgt sieht sicher anders aus. Denn schon beim Stande von 28:26 musste verwunderlicherweise Frisch-Auf-Regisseurin Haruno Sasaki mit einer Zeitstrafe vom Feld, obwohl sie richtigerweise bei den Unparteiischen reklamiert hatte, dass ein Schlag ins Gesicht von ihrer Mitspielerin Ann Kynast nicht mit einer Buxtehuder Hinausstellung geahndet wurde. Co-Kapitänin Luisa Schulze meinte trotz des allgemein nachvollziehbaren Gemütszustandes: „Wir hatten schon einige richtig geile Spiele diese Saison, jetzt ist es gerade eben eine schwierigere Phase.“ Diese müsse man als Team nun gemeinsam durchstehen und überwinden.

Und auch wenn sich das Remis für die Göppingerinnen im ersten Moment wie eine Niederlage anfühlte, bleiben sie auf Rang acht und behalten ihren Vorsprung auf den BSV. Und je besser sie in der Tabelle am Ende der Hauptrunde dastehen, desto mehr Punkte nehmen sie anschließend in die Platzierungsrunde mit, in der es darum geht, den Relegationsplatz einem anderen Klub zu überlassen.

So spielten sie:

FRISCH AUF Frauen: Hlogyik, Meißner;De Bellis, Beugels, Bianco (2), Bornhardt, Däuble, Elies (6), Kynast (3), Merz,Neubrander (3), Sasaki (11/6), Scherer (2), Schulze (4), Watzl (1)

Buxtehuder SV: Kaminska, Linder; Nielsen (5),Frey, Kaufmann, von Prittwitz (3), Senel, Huhnstock (8), Hampel (4), Dölle (4),Schönefeld, Andresen (2), Ternede (6/1), Lück

Schiedsrichter: Markus Kauth/Andre Kolb (München/Gröbenezell)

Zeitstrafen: 4:4-Minuten

Zuschauer: 1930.