Völlig losgelöst zum Derbysieg

2.1.2026
Kategorie
Bundesliga

Die FRISCH AUF Frauen feiern vor der Rekordkulisse von 4200 Zuschauern einen 33:28 (18:14)-Heimerfolg gegen die TuS Metzingen 

Es war verdient, aber sowas von verdient: Wie entfesselt aufspielende Göppinger Bundesliga-Handballerinnen bezwangen die TuS Metzingen im Derbyklassiker vor der Rekordkulisse von 4200 Zuschauern am Dienstagabend mit 33:28 (18:14) und feierten gemeinsam mit dem Publikum in der EWS Arena ein rauschendes Fest. 

Als Gästetrainerin Miriam Hirsch in der 41. Minute bereits ihre dritte und letzte Auszeit nahm, stand die EWS Arena Kopf. Die Göppinger Fans bejubelten die 26:17-Führung ihres Teams mit stehenden Ovationen. Wahnsinn, was das Team heute mit dieser Atmosphäre im Rücken geleistet hat. Man hat gesehen, was wir erreichen können, wenn unsere Abwehr funktioniert. Das war ein sehr wichtiger Erfolg nach zuletzt vier Niederlagen, der uns allen richtig, richtig guttut“, sagte Göppingens Trainer Nico Kiener. 

Was er den Seinen im Abschlusstraining und beim gemeinsamen Videostudium nochmals verinnerlicht hatte, fruchtete. Die Göppinger Abwehr wurde zum regelrechten Bollwerk. „Ein Schlüssel zum Erfolg“ über den württembergischen Nachbarn, wie Sina Ehmann feststellte. Mit ihren sieben Treffern zählte die 25-Jährige aber ebenfalls zum Türöffner. Ehmann tankte sich durch, wie nur sie es kann und wird den Göppingerinnen mit ihrer Spritzigkeit in der kommenden Saison schmerzlich fehlen. 

Das ganze Spiel über herrschte WM-Feeling in dem Derbykracher. Nicht nur aufgrund der Tatsache, dass insgesamt fünf Akteurinnen beider Teams für ihr Heimatland bei der Handball-Weltmeisterschaft im Einsatz waren. Auch die Kulisse konnte sich sehen lassen. Mehr als 4200 Zuschauer wollten das Derby zwischen den Göppinger Bundesliga-Handballerinnen und der TuS Metzingen live in der Halle verfolgen. Und die kamen von Beginn an voll auf ihre Kosten. Viel zu jubeln hatten vor allem die Anhänger des Teams von Trainer Nico Kiener, das völlig losgelöst loslegte und bis in die Haarspitzen motiviert war, endlich wieder gegen Metzingen zu gewinnen. 

Ehe sich die Gäste aus dem Ermstal versahen, befande nsie sich mit 3:10 (13.) im Hintertreffen, und Trainerin Miriam Hirsch legte bereits das zweite Mal den grünen Karton auf den Zeitnehmertisch. Als danach Naina Klein im Rückraum der „TusSies“ mitwirkte, kamen diese besser ins Spiel und näher an die Gastgeberinnen heran, weil diese zuvor fast alles getroffen hatten und sich nun erste Fehlwürfe leisteten. So schmolz die Führung des Kiener-Teams bis zur 23. Minute auf 12:9 zusammen und der Göppinger Coach reagierte seinerzeit mit einer Auszeit. In der Folge fing sich sein Team wieder und konnte gestützt auf eine starke Torhüterin Celina Meißner sich bis kurz vor dem Wechsel wieder auf fünf Treffer absetzen, aber die Gäste konnten durch Kreisspielerin Svenja Hübner mit dem Pausenpfiff noch um einen Treffer verkürzen. Dennoch: „Wir konnten unser Potenzial heute nicht abrufen. Die Enttäuschung ist natürlich groß“, bekannte die früher Göppingerin Selina Lindemann, mit 8/6-Treffern beste Werferin der Gäste und vom Siebenmeterstrich aus fehlerfrei. 

Bei Frisch Auf funktionierte dieses Mal auch im Angriff vieles wesentlich besser als zuletzt in Dortmund. Viel Bewegung ohne Ball half immer wieder Lücken in die TuS-Abwehr zu reißen, die Sina Ehmann in ihrer unnachahmlichen Art und Weise nutzte. Aber auch über die beiden Außenspielerinnen Luisa Scherer und Lea Watzl waren die Frisch-Auf-Frauen im ersten Durchgang bereits insgesamt acht Mal erfolgreich. In der zweiten Hälfte gesellten sich noch drei weitere Treffer des Duos und zwei von Mariel Beugels hinzu. „Ich hatte eine unheimliche Vorfreude auf das Spiel, war positiv aufgeregt. Wir wussten ja, das sehr viel los sein wird in der Halle und haben die ganze Energie in unser Spiel reingelegt und die ganzen Emotionen förmlich aufgesogen. Die Abwehr stand wirklich klasse. Dieser Sieg gibt uns unheimlich viel Selbstvertrauen“, sagte Luisa Scherer.

In den zweiten 30 Minuten machten die FRISCH AUF Frauen dort weiter, wo sie zuvor aufgehört hatten. Die Abwehr war weiterhin immer dort positioniert, wo sie sein musste und ließ die Gäste mehr und mehr verzweifeln. So stand es nach 41 Minuten 26:17 für die Göppingerinnen und Miriam Hirsch drückte ein drittes und letztes Mal auf den Buzzer. Sie versuchte es anschließend mit einer 5:1-Deckung, mit der siebten Feldspielerin und am Ende total offensiv, aber die „TusSies“ konnten den FRISCH AUF Frauen an diesem Abend einfach nicht das Wasser reichen.

Der Jubel nach dem Derbysieg, der um ein Tor höher ausfiel als der am 30. Dezember 2017 (damals 32:28 beim Auswärtsspiel in Stuttgart) war riesengroß. „Es war wirklich eine Ehre, vor solch einer Kulisse spielen zu dürfen. Ich war noch vor keinem Spiel so aufgeregt wie heute und habe den ganzen Tag über versucht mich abzulenken. So ein Spiel vergisst man nie, das war wirklich einmalig“, frohlockte Torhüterin Celina Meißner nach einem Derby zum Zungeschnalzen.

So spielten sie:

 

FRISCH AUF Frauen: Hlogyik, Meißner; De Bellis,Beugels (2), Bianco, Bornhardt, Däuble (1), Ehmann (7), Elies, Kynast,Neubrander (2), Sasaki (6/3), Scherer (7), Schulze (4), Watzl (4)

TuS Metzingen: Weiss, Suba; Lindemann (8/6),Tröster (5), Klein, Franz, Schlegel (3), Goldammer, Sabatnig, Demmel (1),Bitolo, Svenja Hübner (6), van Vliet, Carolin Hübner, Cholevova (5)

Schiedsrichter: Nikolas Jaros/Felix Funk (Lauterstein/Waldstetten)

Zeitstrafen: 4:4-Minuten

Zuschauer: 4205.