Titelkandidat macht kurzen Prozess
Die FRISCH AUF Frauen leisten sich beim Tabellenzweiten HSG Blomberg-Lippe viel zu viele Fehler und gehen 22:40 (7:17) unter
Sie wollten gut reinkommen in die Partie, was ihnen auch gelang. Beim Stande von 5:5 nach knapp 13 Minuten hatten die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen die Chance auf die Führung und es schien so, als könnten sie die Partie beim Titelkandidaten HSG Blomberg-Lippe einigermaßen offen gestalten. Was jedoch in den 17 Minuten bis zur Pause folgte, war ein Einbruch in der Offensive und so stellte der Pokalhalbfinalist mit einem 12:2-Lauf bereits nach 30 Minuten die Weichen für einen deutlichen Heimsieg. Am Ende ging das Team von Trainer Nico Kiener an der Lippe mit 22:40 (7:17) unter und durchlebt momentan seine härtesten Wochen seit dem Wiederaufstieg. Bis zum Ende der Hauptrunde muss das Göppinger Team nun alles daran setzen, irgendwie die Trendwende zu vollziehen und sich wieder auf seine Stärken zu besinnen, um überhaupt wieder punkten zu können.
„Wir sind nicht in die Tiefe gekommen. Dadurch hat die Torgefahr gefehlt. Vorne machen wir einfach viel zu viele Fehler und bestrafen uns damit selber, laden Blomberg zu vielen Gegenstoßtoren ein. Wir müssen in den kommenden Wochen versuchen, uns ein einigermaßen gutes Gefühl für die entscheidenden Spiele zu erarbeiten. Das zweite Jahr ist immer schwieriger, das bekommen wir gerade mit aller Härte zu spüren“, so der Göppinger Coach nach der Schlappe an der Lippe.
Nico Kiener konnte in Blomberg zwar wieder auf Stephie Elies zurückgreifen, die gegen Neckarsulm krank fehlte. Die Rückraumspielerin war aber noch deutlich geschwächt. Nicht im Aufgebot stand Torhüterin Celina Meißner, die nun mit einem grippalen Infekt ausfiel. Für sie fuhr Barbara Fürst aus dem Perspektivteam mit, die immerhin einen Blomberger Siebenmeter entschärfen konnte und für eines der wenigen Glanzlichter auf Göppinger Seite sorgte. In der Offensive gefiel bei den FRISCH AUF Frauen Lea Neubrander mit sieben Treffern. „Wir sind eigentlich mit einem guten Gefühl in die Partie gegangen. Unsere Abwehr war da, aber dann kriegen wir es vorne einfach nicht hin. Wir schaffen derzeit nur das eine, aber nicht auch das andere und müssen versuchen, die Kombination aus Abwehr und Angriff wieder hinzubekommen. Es ist bitter, schon wieder so hoch zu verlieren“, so die Spielmacherin.
Der Göppinger Coach probierte es nach dem vom 5:5-Unentschieden auf 6:12 (22.) angewachsenen Rückstand mit sieben Feldspielerinnen und dem Duo Luisa Schulze und Louisa De Bellis am Kreis, doch die Verunsicherung griff mit jedem verlorenen Ball immer mehr um sich. Dabei hatte die Defensive die gegnerischen Antreiberinnen um Nieke Kühne und Diana Magnusdottir zunächst gut im Griff, störte früh und verzeichnete auch zwei, drei Steals, doch im eigenen Angriffspiel bekamen die Gäste plötzlich kein Bein mehr auf den Boden und machten sich mit der Vielzahl an Ballverlusten das Leben unnötig schwer, was Blomberg zu Kontern und Würfen ins leere Tor ausnutzte.
Kreisläuferin Luisa Schulze, zuletzt gegen Neckarsulm acht Mal erfolgreich, hatte gegen den Blomberger Innenblock um Nieke Kühne und Andrea Jacobsen einen schweren Stand und wurde von beiden heftig bearbeitet, um Anspiele ihrer Göppinger Teamkolleginnen zu erschweren. Der Respekt vor der langjährigen Nationalspielerin war auf Seiten der HSG groß. Doch das Team von Steffen Birkner schränkte die Wirkungskreise der Göppinger Co-Spielführerin erheblich ein, was es für das Team von Trainer Nico Kiener noch komplizierter machte, Lösungen und Lücken zu finden, die auch im zweiten Durchgang verzweifelt gesucht wurden. So steuerten die Gäste über 13:29 (44.) bis zum Schlusspfiff auf ihre bislang höchste Saisonniederlage zu.
Jetzt heißt es: Wunden lecken und am Sonntag in einer Woche beim VfL Oldenburg neu angreifen. Das Gute: Es kann nur besser werden.
So spielten sie:
HSG Blomberg-Lippe: Veith, Lepschi (1), Roth; Rüffieux (3), Jacobsen (2), Diana Magnusdottir (5), Kühne (6), Mühlner (1), Vegue i Pena, Bucher (4/3), Sandberg (4), Hauf (4), Elin Magnusdottir (3), Njinkeu (2), Overbeck (5)
FRISCH AUF Frauen: Fürst, Hlogyik; Bianco, Beugels (3), De Bellis (1), Bornhardt, Däuble (2), Elies, Kynast, Merz (1), Neubrander (7), Sasaki (5/2), Schulze (2), Scherer (1), Watzl
Schiedsrichter: Fabian Friedel/Rick Herrmann (Leipzig/Zschorlau)
Zeitstrafen: 6:8-Minuten
Zuschauer: 889.




