Göppinger Comeback ohne Happy End
Die FRISCH AUF Frauen machen in Zwickau in Hälfte zwei einen Sechs-Tore-Rückstand wett, verlieren am Ende aber doch mit 23:25 (7:12)
Haruno Sasaki hatte das Duell der Japanerinnen gegen Kaho Nakayama klar für sich entschieden. Und auch Torhüterin Celina Meißner stach die sehr gut haltende Barbara Györi noch aus, doch am Ende halfen weder die 9/6-Treffer der Göppinger Regisseurin, noch die 20 Paraden der Göppinger Schlussfrau, Zählbares auf die Habenseite zu bringen: Nach einem zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Rückstand und einer Aufholjagd, die fünf Minuten vor Schluss zum 21:21-Ausgleich führte, mussten sich die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen zum Ende ihrer strapaziösen englischen Woche beim BSV Sachsen Zwickau doch mit 23:25 (7:12) geschlagen geben.
Die Vorzeichen standen nicht besonders gut: Außer Spielmacherin Lea Neubrander und der gegen Metzingen sieben Mal erfolgreichen Außenspielerin Luisa Schererkonnte Göppingens Coach Nico Kiener krankheitsbedingt auch nicht auf Lara Däuble und Nicola Merz bauen. So traten Anna Ehmann und Sophie Grupp aus dem Perspektivteam die Reise mit nach Sachsen an. Zudem laborierte Luisa Schulze immer noch an ihrer Oberschenkelverletzung aus dem Dortmund-Spiel.
Von Beginn an entwickelte sich eine körperlich und vom Kampf geprägte Begegnung, die von den Abwehrreihen und den beiden Torhüterinnen dominiert wurde. Celina Meißner hielt gleich den ersten Zwickauer Angriff und Sina Ehmann traf zur Gästeführung. In der Folge lieferten sich beide Seiten einausgeglichenes Duell, in dem es immer wieder Ballverluste gab und Meißner bereits nach 13 Minuten vier Paraden verbuchte. Letztmals lagen die FRISCH AUF Frauen beim 4:3 vorne, dann geriet der Offensivmotor ins Stottern. Trainer Nico Kiener forderte seine Spielerinnen dazu auf, den massiven Innenblock um Laura Szabo und Charlotte Kähr in Bewegung zu bringen, doch bis zur Pause blieb das Göppinger Angriffspiel zu statisch. Gut acht Minuten erzielten die Gäste nach dem Tor zum 7:9 von Ann Kynast keinen Treffer mehr. So nahm der BSV einen recht komfortablen 12:7-Vorsprung mit in die Kabine.
Nach dem Wechsel versuchten die Gäste, das Tempo zu erhöhen. Zwickaus Trainer Norman Rentsch agierte mit sieben Feldspielerinnen, davon zwei am Kreis. Mehrere Wurfversuche der Gäste ins leere Tor misslangen. So wurde aus dem 11:13 rasch ein 11:17. Nico Kiener drückte zum zweiten Mal auf den Buzzer und gab seinem Team neue Anweisungen. Auch er versuchte es nun mit der siebten Feldspielerin. Obwohl Meißner weiterhin stark hielt, kamen die FRISCH AUF Frauen zunächst nicht näher heran, da Györi auch zwei Siebenmeter entschärfen konnte. Das Kiener-Team steckte jedoch nicht auf und robbte sich Stück für Stück an den BSV heran, dem auch der Ausfall von Kähr zusetzte, die nach einer Abwehraktion wegen Atembeschwerden und mit Halskrause ins Krankenhaus gefahren werden musste.
Frisch Auf war spätestens nach dem Anschluss der gut durchgehenden Aylin Bornhardt wieder im Spiel und durfte nach dem von Sasaki verwandelten Strafwurf zum 21:21 sogar wieder auf einen Sieg hoffen. In der völlig offenen Schlussphase behielt Laura Penzes vom Strich aus die Nerven und warf ihr Team mit 24:23 in Front. Die Gäste hatten in der verbleibenden Spielzeit noch zwei Mal die Chance auf den Punktgewinn, verpassten diesen aber auch mit ihrem letzten Angriff und Silje Brons Petersen traf mit dem Schlusspfiff vor den schon lange stehenden Zuschauern zum 25:23 ins leere Göppinger Tor.
Letztendlich fehlte es wie schon in Neckarsulm an der Abgezocktheit, um sich für den großen Kampf zu belohnen. Göppingens Trainer Nico Kiener war wie die Seinen im ersten Moment enttäuscht, trug die Niederlage aber mit Fassung. „Am Ende entscheidet dann eine Aktion hin oder her. Wir haben es in der ersten Hälfte nicht geschafft, Richtung Tor zu kommen. In den zweiten 30 Minuten sind wir nach der Umstellung auf die siebte Feldspielerin nochmals herangekommen, es ist uns aber leider nicht mehr gelungen, einen Punkt mitzunehmen, nachdem wir den hohen Rückstand aufgeholt habe. Am Ende entscheidet dann eine Aktion hin oder her. Es macht mich stolz, wie es das Team gemacht hat, auch angesichts der Ausfälle und dass es nun das dritte Spiel in einer Woche war. Zusammenhalt und Moral stimmen, die Entwicklung auch. Jetzt können wir ein paar Tage regenerieren, bevor wir mit der Vorbereitung auf das Bensheim-Spiel beginnen.“
Dieses ist live im Fernsehen bei DF1 zu sehen und wurde vom ursprünglichvorgesehenen Samstagabendtermin auf Sonntag, 18. Januar um 14.30 Uhr verlegt.
So spielten sie:
BSV SachsenZwickau: Györi, Sieg; Szabo (5), Gierga,Sieg, Kähr (2), Brons Petersen (5), Walkowiak, Hasselbusch (3), Penzes (8/5),Nakayama, Stens (1), Reuter, Steverink (1)
FRISCH AUF Frauen: Hlogyik, Meißner;De Bellis, Beugels (1/1), Bianco (1), Bornhardt (1), Anna Ehmann, Sina Ehmann(4), Elies, Grupp, Kynast (5), Sasaki (9/6), Schulze, Watzl (2)
Schiedsrichter: Nils Blümel/Jens Vortmann (Berlin)
Zeitstrafen: 2:6-Minuten
Zuschauer: 1538.




